10 Jahre Herrmannsdorfer Landhuhn
Landhuhnparty am 18.01.2020 war ein voller Erfolg!
Veränderung und Umdenken in der Landwirtschaft und Tierhaltung, darüber wird in diesen Tagen viel gesprochen und teils auch lautstark protestiert.
Neue Wege gehen, Ideen und Innovationen werden gewünscht und gefordert. Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten haben bereits 2009 einen neuen Pfad bei der ökologischen Hühnerhaltung eingeschlagen!
Vor über 10 Jahren entschied man sich in Herrmannsdorf für die Einführung des „Zweinutzungshuhn“. Als „Zweinutzungshuhn“ bezeichnet man Hühner, die Eier legen und gleichzeitig auch Fleisch ansetzen, nicht wie beim Hybridhuhn, das auf nur ein Merkmal hin gezüchtet ist – entweder Eier- oder Fleischleistung. In Herrmannsdorf hält man als „Zweinutzungshuhn“ alte Hühnerrassen wie das aus Österreich, der Steiermark, stammende „Sulmtaler Huhn“, das bereits unter Kaiser Franz Joseph´s Zeiten eine Delikatesse am Kaiserhof war. Außerdem stolzieren auch noch auf den Herrmannsdorfer Wiesen die Rassehühner Les Bleus aus Frankreich. Im Jahre 2009 starteten die Herrmannsdorfer das innovative „Landhuhnprojekt“, sprachen 550 Kunden an, die mit einem Landhuhn-Darlehn von 300 Euro über 10 Jahre, das in Form von Einkaufsgutscheinen (35 €/Jahr) zurückgezahlt wurde. Diese außergewöhnliche Idee kam nicht nur bei den Kunden gut an, sondern wurde 2012 sogar mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Somit konnte in mobile Ställe und auch in ein Geflügelschlachthaus investiert werden.
Zum Dank für das Vertrauen in dieses einfallsreiche Projekt lud die Geschäftsleitung der Herrmannsdorfer Landwerkstätten die Darlehnsgeber am vergangenen Samstag in die Kunsttenne ein. Begrüßt wurden die etwa 300 Gäste durch die beiden Geschäftsführer Sophie Schweisfurth und Karl Schweisfurth. Über den Stand des erfolgreichen Projekts, bei dem sich die Herrmannsdorfer wieder ein Stück bäuerliche Unabhängigkeit zurückholten, berichtete Karl Schweisfurth und bei einer Führung zu den Hühnerställen und -wiesen konnten die Geldgeber hautnah ihre Investition betrachten.
Die Herrmannsdorfer sind überzeugt, dass durch solche Unternehmungen/Projekte eine gute Verbindung zwischen Stadt und Land, Produzent und Verbraucher stattfinden kann. Davon sind auch die Darlehnsgeber überzeugt, denn es wurde gefragt, ob es schon eine neue Idee gibt, in die man investieren kann.