Braucht`s des: Akademische Hebammen?
Neuer Gesetzentwurf: Studium verpflichtend ab 2021
Wenn nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums ab 2022 die Hebammenschulen schließen müssen und Hebammen ausschließlich über ein Studium in den Beruf kommen können, ist innerhalb kurzer Zeit ein Zusammenbruch der Geburtshilfe in Deutschland zu befürchten.
Mit dieser Warnung haben sich die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) und der Berufsverband der Frauenärzte (BVF e.V.) gemeinsam in einem Offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewandt. Der Gesetzesentwurf ignoriere zudem die Vorgaben der EU-Richtlinie und formuliert, dass Abitur und Studium in Deutschland ab 2021 verpflichtend sein sollen, um Hebamme oder Entbindungspfleger zu werden. Die Hebammenschulen sollen vollständig geschlossen werden. „Selbst wenn von jetzt auf gleich die Zahl der Studiengänge verdreifacht würde, was organisatorisch gar nicht möglich ist, droht mittelfristig ein Desaster in der Geburtshilfe, wenn tatsächlich nach 2021 die Hebammenschulen keine neuen Bewerberinnen und Bewerber mehr aufnehmen dürfen“, so Prof. Dr. med. Anton Scharl, Präsident der DGGG.
In München starten 27 Studentinnen ihre Ausbildung. Auch an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg beginnen 27 Frauen in diesem Wintersemester erstmals eine akademische Hebammenausbildung. An der Hochschule Landshut beginnt der Studienbetrieb im Herbst 2020.