Experte schätzt ein: Pflanzliche Alternativen im Aufwind
Immer mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Ersatzprodukten. Laut Experten steckt darin großes Potenzial für eine nachhaltigere Ernährung – ganz ohne Verzicht auf tierische Produkte.
Immer mehr Menschen greifen im Supermarktregal zu Ersatzprodukten für Fleisch und Milch. Und diese veganen Alternativen haben großes Potenzial, das Ernährungssystem in Deutschland nachhaltiger zu machen. Das berichtet der Agrarökonomen Prof. Dr. Achim Spiller von der Georg-August-Universität auf dem Fachportal topagrar.com: Steigt der Konsum pflanzlicher Alternativen, könnte das langfristig zu einem Rückgang der Tierhaltung führen.
Keine Entscheidung nötig
Ernährung der Zukunft würde nicht bedeuten, sich zwischen pflanzlichen Varianten und tierischen Produkten entscheiden zu müssen. Laut Spiller würde beides langfristig nebeneinander bestehen. Zwar sei der Wandel hin zu mehr pflanzlichen und biotechnologischen Produkten sinnvoll und werde kommen, allerdings langsamer, als manche Debatte suggeriere. Für landwirtschaftliche Betriebe könnten sich sogar neue Chancen ergeben, etwa durch Regionalmarketing oder handwerklich hergestellte Alternativen.
Ernährungswende kommt schrittweise
Das aktuelle Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) geht davon aus, dass die sogenannte Ernährungswende verkraftbar sein wird. Essgewohnheiten ändern sich nur langsam, zudem müssen sich Alternativprodukte geschmacklich, preislich und kulturell erst noch breiter durchsetzen.
Warum Tierhaltung trotzdem wichtig bleibt
Auch die Tierhaltung wird nach Einschätzung von Spiller weiterhin eine Rolle spielen: Besonders auf Flächen wie Wiesen und Weiden, die sich nicht für den Ackerbau eignen. Hier haben Rinder, Schafe oder Ziegen agrarökologisch sogar Vorteile, etwa für die Biodiversität und den Klimaschutz.
Blick in die Zukunft
Für hochwertige Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft werde es auch in Zukunft einen Markt geben. Spieler ist sich sicher, dass die Tierhaltung ein wichtiges Standbein der Ernährung bleiben wird.