Heimat-Projekte gewinnen Heimatpreis Südbayern
Bayern ist geprägt von Traditionen und Bräuchen, die eine wichtige Rolle im bayerischen Alltag spielen, Halt geben und Zusammengehörigkeit schaffen. Um diese Traditionen aufrechtzuerhalten, ist es entscheidend, dass Menschen sie leben und teilen. Bei der Verleihung des "Heimatpreis Südbayern" im Rahmen des Festakts "HEIMAT BAYERN" in München am 11. Juli freute sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker über die ausgezeichneten Projekte, die zeigen, welchen positiven Einfluss gelebte Gemeinschaft in verschiedenen Bereichen haben kann.
Füracker betonte, dass die Preisträgerinnen und Preisträger langjährige und wertvolle Impulse für die bayerische Heimat setzen. Durch ihre vielseitige und einzigartige Arbeit sind sie eine Stütze für Bayern. Er bedankte sich bei ihnen für ihren unermüdlichen und wichtigen Einsatz für die Heimat.
Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen ihre Verbundenheit zur Heimat unter anderem durch ihre Aktivitäten in den Bereichen Kultur, Dialektpflege, generationsübergreifender Austausch sowie Erhalt und Pflege von Bräuchen und der Heimatgeschichte.
Wer erhält den „Heimatpreis Südbayern“ in Oberbayern?
Ruethenfest, Landsberg am Lech, Oberbayern:
Das Landsberger Ruethenfest ist ein weit über Landsberg hinaus bekanntes Kinderfest mit langer Tradition und Geschichte. Obwohl dessen Ursprünge im Dunkeln liegen, wird es bereits seit 1647 gefeiert. Bei den Festlichkeiten mit Tanz, Umzügen, Lagerleben, musikalischen Darbietungen und Gastronomieangeboten in der gesamten Innenstadt wird die Landsberger Vergangenheit alle vier Jahre wiederbelebt. Höhepunkt der ehrenamtlich organisierten Veranstaltung ist der historische Festumzug mit Pferdegespann und stilvoll geschmückten Wägen. Das Ruethenfest ermöglicht über 1.000 Kindern ein Miteinander ohne jedwede gesellschaftliche Grenze, schafft Verbundenheit und macht die Landsberger Geschichte kindgerecht erleb- und nachspielbar. Dafür erhält diese einzigartige, bei Jung und Alt beliebte Veranstaltung den Heimatpreis.
Schulprojekt „Chiemgauer Mund-ART Weg“, Oberbayern:
Bei diesem Projekt engagieren sich Schülerinnen und Schüler für den Erhalt ihres Chiemgauer Dialekts. Nach vielfältigem Einsatz durch Singen, Dichten und Schreiben kleiner Geschichten, der Aufnahme von Hördateien und eines Jingles sowie Online- und Bücherrecherchen zur bairischen Sprache, wurde nach rund 18 Monaten der Chiemgauer Mund-ART Weg im Oktober 2022 eröffnet. Auf sieben Themenwegen verraten über 60 Schilder abwechslungsreiche Begriffe und Redewendungen der heimischen Mundart. QR-Codes liefern die richtige Aussprache und weitere interessante Fakten. Dieses Schulprojekt ist ein weitreichender Beitrag für die bayerische Heimat. Es erhält die Mundart und den Dialekt als Kulturgut, erweitert das touristische Angebot der Gemeinden, stärkt die Heimatverbundenheit und vereint Tradition und Moderne. Dafür wird es mit dem Heimatpreis ausgezeichnet.