Kinderschutz endet nicht am Beckenrand – Appell des DKSB Bayern für mehr Achtsamkeit in Freibädern
Immer wieder müssen Eltern auf ihre Aufsichtspflicht hingewiesen werden – oder werden des Freibads verwiesen. Der DKSB Bayern fordert: mehr Präsenz, klare Regeln, Schutzkonzepte!
Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Bayern (DKSB Bayern) fordert angesichts aktueller Vorfälle mehr Verantwortung und Schutzkonzepte in Bayerns Freibädern. Das teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit.
Mit dem Beginn der Sommerferien und den steigenden Temperaturen füllen sich die Freibäder im Freistaat – und mit ihnen wächst die Verantwortung aller Beteiligten. Der DKSB Bayern macht deutlich: Kinderschutz im Freibad beschränkt sich nicht auf Baderegeln, sondern erfordert die wache Präsenz von Eltern, Großeltern und weiteren Betreuungspersonen.
Vorfälle in Grafing verdeutlichen Handlungsbedarf
Beispielhaft verweist der Verband auf Ereignisse im oberbayerischen Grafing (Landkreis Ebersberg): Dort mussten in den letzten Wochen wiederholt Eltern mit Kleinkindern vom Badepersonal auf ihre Aufsichtspflicht hingewiesen oder sogar des Bades verwiesen werden. Die Stadt hat inzwischen reagiert – Kinder unter sieben Jahren dürfen das Becken nur noch in Begleitung betreten.
Auch aus anderen bayerischen Kommunen werden Vorfälle gemeldet, bei denen es zu Belästigungen oder unsicherem Verhalten unter Jugendlichen kam. Die Unsicherheit bei Besuchern wächst – ein Umstand, dem aus Sicht des DKSB Bayern mit klaren Regeln und gut ausgebildetem Personal begegnet werden muss.
„Der Bademeister ist kein Babysitter“
„Die Verantwortung für Kinder liegt bei den Eltern – und das gilt natürlich auch im Freibad“, betont Alexandra Schreiner-Hirsch, pädagogische Leitung des DKSB Bayern. Der Kinderschutz beginne mit einem wachen Blick und der bewussten Nähe zum eigenen Kind, nicht mit Perfektion. Selbst Kinder, die bereits schwimmen können, seien unterschiedlich sicher im Wasser unterwegs – elterliche Einschätzung sei hier entscheidend.
Strukturen schaffen Sicherheit
Der DKSB Bayern spricht sich zudem für umfassende Schutzkonzepte in Freibädern aus. Neben geschultem Personal und klar kommunizierten Verhaltensregeln fordert der Verband auch niedrigschwellige Hilfsangebote für Kinder, etwa Anlaufstellen im Bad, an die sie sich bei Unsicherheiten wenden können.
„Kinder müssen wissen, dass sie Nein sagen dürfen – und dass Hilfe holen kein Petzen ist. Dieses Vertrauen kann man ihnen geben, noch bevor etwas passiert,“ sagt Schreiner-Hirsch.
Alle Beteiligten, also Badegäste, Eltern, Großeltern und Personal, müssen aufmerksam sein, hinschauen und Haltung zeigen.