Leopoldina warnt: Social Media kann Kinder gefährden
Instagram, TikTok & Co. prägen den Alltag – doch intensive Nutzung kann belastend wirken. Ein neues Papier der Leopoldina warnt vor Risiken für das psychische Wohlbefinden und fordert klare Altersgrenzen sowie Schutzmaßnahmen.
Viele Kinder und Jugendliche nutzen täglich soziale Medien wie Instagram, TikTok oder WhatsApp. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina warnt nun in einem neuen Diskussionspapier vor möglichen Gefahren: Bei einer sehr intensiven Nutzung können soziale Netzwerke das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden beeinträchtigen.
Wenn aus Spaß Belastung wird
Die Autorinnen und Autoren des Papiers machen deutlich: Soziale Medien können bei übermäßigem Gebrauch negative Auswirkungen auf das psychische, emotionale und soziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen haben. Manche junge Menschen entwickeln sogar ein riskantes oder suchtähnliches Nutzungsverhalten.
- Die Studienlage zeigt vor allem statistische Zusammenhänge:
- Querschnittstudien belegen, dass Kinder, die sehr viel in sozialen Medien unterwegs sind, häufiger unter psychischen Belastungen leiden.
- Einige Längsschnittstudien weisen darauf hin, dass die intensive Nutzung auch ursächlich an solchen Problemen beteiligt sein kann.
Obwohl nicht alle Risiken abschließend wissenschaftlich geklärt sind, empfehlen die Forschenden, nach dem Vorsorgeprinzip zu handeln: Das bedeutet, Kinder und Jugendliche schon jetzt zu schützen, sobald Hinweise auf mögliche Gefahren bestehen.
Altersgrenzen und Schutzmaßnahmen
Um Kinder und Jugendliche zu schützen, formulieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konkrete Empfehlungen:
- Keine Social-Media-Accounts unter 13 Jahren.
- 13- bis 15-Jährige nur mit elterlicher Zustimmung.
- Altersgerechte Gestaltung der Plattformen für Jugendliche bis 17 Jahre, etwa durch das Verbot personalisierter Werbung oder besonders suchterzeugender Funktionen wie endloses Scrollen oder Push-Nachrichten.
- Kein Smartphone-Einsatz in Kitas und Schulen bis einschließlich Klasse 10.
Außerdem sollen soziale Netzwerke so reguliert werden, dass Altersgrenzen technisch überprüfbar sind. Ein Beispiel: Die geplante EUDI-Wallet, ein digitaler Altersnachweis, könnte künftig einen rechtssicheren Zugang ermöglichen.
Bildung und Aufklärung als Schlüssel
Doch Verbote allein reichen nicht. Die Leopoldina betont, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten und kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu befähigen. Dazu schlagen die Forschenden vor:
- Einführung eines digitalen Bildungskanons in Schulen und Kitas.
- Stärkung der Kompetenzen von Lehr- und Erziehungsfachkräften, damit sie riskantes Verhalten früh erkennen.
- Public-Health-Kampagnen, die Familien über Chancen und Risiken sozialer Medien aufklären.
Forschung geht weiter
Noch viele Fragen sind offen: Welche Mechanismen genau wirken sich auf die Psyche aus? Welche Schutzmaßnahmen greifen am besten? Um Antworten zu finden, fordern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr Forschung. Nur so können Politik, Bildung und Gesellschaft Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt besser begleiten.
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