Schön, schlank, krank: Wie Social Media Essstörungen bei Jugendlichen befeuert

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“Skinny TikTok” verführt Teenager zu gefährlichem Schlankheitswahn. Influencer-Bodytalk, Filter und Diät-Hypes treiben Essstörungen rasant nach oben. Darum ist der Trend so alarmierend...

Skinny TikTok. So heißt der neue Trend auf TikTok, der junge Mädchen dazu anstiftet, immer schlanker zu werden. Es ist nur einer von vielen fragwürdigen Trends auf Plattformen wie Instagram und TikTok, die den Druck auf Jugendliche erhöhen und ihre psychische Gesundheit gefährden.

Influencer zeigen ihre Morgenroutinen, Diäten und Workouts. Sie vermitteln, dass ständige Selbstoptimierung der Schlüssel zu Schönheit und Schlankheit ist. Doch dieser Schein trügt. Die ständige Konfrontation mit unrealistischen Schönheitsidealen hat schwerwiegende Folgen für Körper und Geist.

Essstörungen bei jungen Mädchen: Ein wachsendes Problem

Experten schlagen Alarm: Digitale Vorbilder sind immer häufiger Auslöser für Essstörungen. Laut der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) stieg die Zahl der Diagnosen von 2019 bis 2023 um fast 50 Prozent. Die Zahl der betroffenen Mädchen kletterte von 101 auf 150 Fälle je 10.000 Versicherte. Keine andere Alters- oder Geschlechtergruppe verzeichnete einen so dramatischen Anstieg.

“Je intensiver die Nutzung sozialer Medien ist, desto größer ist auch das Risiko für eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und damit verbundene Essstörungen“, sagt Psychologin Franziska Klemm von der KKH. Digitale Schönheitsideale können Jugendliche in Magersucht, Bulimie oder anderen Essstörungen treiben.

Die verschiedenen Arten von Essstörungen

Der Druck durch Influencer: Der perfekte Körper als Ziel

Influencer erscheinen wie die nette Nachbarin von nebenan und vermitteln den Eindruck, dass ein makelloser Körper leicht erreichbar ist – durch die „richtige“ Ernährung und die besten Produkte. Doch was die Jugendlichen nicht sehen, sind Filter, Retuschen und die Inszenierung dieser Bilder. Stattdessen wachsen die Unsicherheiten und der Druck, sich ständig zu verbessern.

Besonders Mädchen in der Pubertät sind anfällig für diese Einflüsse. Sie vergleichen sich und erleben den Schönheitsdruck intensiver als Jungen. Umso wichtiger sind präventive Maßnahmen: Weniger Zeit auf Social Media, die Auswahl echter Vorbilder, Gespräche im Freundeskreis und regelmäßige digitale Pausen. 


Auch Eltern spielen eine wichtige Rolle – durch Sensibilität und den Mut, ihren Kindern zu zeigen, dass das wahre Leben jenseits der Bildschirme stattfindet.


Fazit: Die steigenden Zahlen sind ein Weckruf. Soziale Medien sind längst kein harmloser Zeitvertreib mehr. Sie prägen die Selbstbilder junger Menschen und können in den schlimmsten Fällen ihre Gesundheit zerstören. Schulen, Eltern, Politik und Plattformbetreiber müssen zusammenarbeiten, um Kinder und Jugendliche vor den dunklen Seiten der digitalen Welt zu schützen.

Hilfestellen für Betroffene

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