Umfrage zum Internationalen Frauentag 2025 - Wie steht es um die Gleichberechtigung in Deutschland?

by

© korobova1985

Der Internationale Frauentag löst auch im Jahr 2025 eine Debatte aus. Und schon wieder geht es um die Frage: Sind Mann und Frau gleichberechtigt? In einer Umfrage wurden eintausend Personen zur Gleichstellung befragt. Die Meinungen der Bevölkerung gehen weit auseinander.

Weltweit wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Mit Veranstaltungen, Reden und Symbolik wird in vielen Ländern gezeigt, was die Emanzipation der Frau bewirkt hat. Doch schauen wir einmal zurück in den Alltag: Wie steht es tatsächlich um die Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland? Eine neue Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeichnet ein ernüchterndes Bild. Nur 13 Prozent der Befragten glauben, dass echte Gleichberechtigung hierzulande bereits Realität ist. Das ist kein Wunder, schließlich ist der Wunsch nach Gleichberechtigung nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt.

Feminismus Umfrage: Die Deutschen wollen keine Feministen sein

Nur 58 Prozent der deutschen Bürgerinnen und Bürger finden die Gleichstellung der Geschlechter persönlich wichtig. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Mann und Frau: Für etwa zwei Drittel der Frauen hat dieses Thema einen hohen Stellenwert, während es bei den Männern nur für knapp die Hälfte so wichtig ist. Sich offen zu dieser Meinung bekennen, wollen beide nicht – gerade einmal jede dritte Frau und jeder fünfte Mann bezeichnet sich als Feminist*in.

Es reicht! Sind Frauen schon gleichgestellt?

Bei der Frage, ob für die Gleichstellung bereits genug getan wurde, gehen die Meinungen erneut auseinander. Über die Hälfte der Männer ist der Ansicht, in Sachen Gleichberechtigung sei schon genug passiert – rund 39 Prozent fühlen sich durch die Gleichstellungsmaßnahmen sogar benachteiligt. Nur 35 Prozent der Frauen sehen das genauso.

Zugleich sind 39 Prozent aller Befragten der Meinung, dass von Männern heutzutage zu viel erwartet wird, um Gleichberechtigung voranzubringen. Auffällig: Dieser Wert liegt um acht Prozentpunkte höher als noch 2019 – offenbar ist der Unmut in den letzten Jahren gewachsen.

Ja zur Frauenquote? Weibliche Führungskräfte stehen für Gleichberechtigung

Auch in der Arbeitswelt zeigt sich, dass der Weg zur wahren Gleichberechtigung steinig bleibt. Mehr als die Hälfte der Befragten assoziieren ein Top-Gehalt immer noch primär mit Männern. Dass vor allem Frauen die Spitzenverdiener sind, glauben gerade einmal 3 Prozent – ein verschwindend geringer Anteil.

Immerhin glaubt jeder Zweite, dass es der Gesellschaft gut täte, wenn mehr Frauen in Spitzenpositionen – sei es in der Politik oder in der Wirtschaft – vertreten wären. Auch hier sind Frauen optimistischer: 59 Prozent der Frauen sind dieser Ansicht, gegenüber 42 Prozent der Männer. Für gut die Hälfte der Frauen sind weibliche Führungskräfte sogar eine Voraussetzung für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Bei den Männern teilt jedoch nur gut ein Drittel (37 Prozent) diese Einschätzung.

Haushalt und Care-Arbeit ist immer noch Frauensache

Während sich der Kampf um gleiche Chancen am Arbeitsplatz fortsetzt, zeigt sich auch in den privaten Bereichen ein Umdenken – oder vielmehr ein zögerlicher Wandel. Für fast die Hälfte der Befragten ist Putzen, Kochen & Co. immer noch Frauensache. Immerhin 42 Prozent finden allerdings, dass beide Geschlechter gleichermaßen den Haushalt schmeißen sollten. Die klassische Rollenverteilung löst sich langsam auf, denn auch bei der Elternzeit hat sich das Bild gewandelt: Inzwischen verbinden die meisten Deutschen eine berufliche Auszeit für die Familie nicht mehr automatisch nur mit der Mutter. Nur 36 Prozent verbinden das Wort „Elternzeit“ in erster Linie mit Frauen, über die Hälfte denkt sowohl an den Vater als auch an die Mutter. Bei der Pflege von Kindern oder Angehörigen zeigt sich ein ähnlicher Trend: 43 Prozent sehen diese Care-Arbeit weiterhin als Aufgabe der Frau, doch fast genauso viele finden, dass sich beide Geschlechter gleichermaßen um Kinder und Pflegebedürftige kümmern sollten.

Bevölkerung blickt positiv in die Zukunft

Dennoch gibt es auch einen Lichtblick - Immerhin sehen viele Befragte durchaus Fortschritte für die jüngere Frauengeneration. 53 Prozent sind überzeugt, dass junge Frauen heute ein besseres Leben haben als die Frauen in der Generation ihrer Eltern. Fast die Hälfte glaubt, die Gleichstellungspolitik der vergangenen Jahrzehnte habe das Leben junger Frauen verbessert. 

Aber noch ist nicht alles getan. So sehen es auch die Befragten: 34 Prozent finden die bisherigen Bemühungen um gleiche Chance nicht ausreichend. Das zeigt sich auch in der Realität - Immerhin erleben hierzulande täglich tausende Frauen Ungerechtigkeit. Von einer wirklich gelebten Gleichberechtigung sind wir also noch ein gutes Stück entfernt – eine Herausforderung, die weit über den Internationalen Frauentag hinausreicht.

Back to topbutton