Vaterschaftsurlaub 2025: Was sich für frischgebackene Väter und Familien ändern soll

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Zehn Tage bezahlte Auszeit nach der Geburt – kommt jetzt endlich der Vaterschaftsurlaub? Für viele werdende Väter, Partner und Partnerinnen klingt das nach einer längst überfälligen Unterstützung. Doch was ist geplant, was gilt aktuell – und wann wird das Gesetz endlich Realität?

Was ist Vaterschaftsurlaub überhaupt?

Vaterschaftsurlaub – oft auch Väterzeit oder Partnerfreistellung genannt – beschreibt eine arbeitsrechtlich geregelte Auszeit direkt nach der Geburt eines Kindes. Ziel ist es, dem Vater oder einer anderen unterstützenden Person zu ermöglichen, in den ersten Lebenstagen aktiv am Familienleben teilzuhaben.

Derzeit gibt es in Deutschland keine gesetzlich geregelte bezahlte Freistellung für Väter rund um die Geburt. Wer Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, muss Urlaub nehmen, unbezahlte Freistellung beantragen oder Elternzeit nutzen – letzteres ist jedoch nur bedingt finanziell abgesichert. Genau das soll sich mit dem geplanten Familienstartzeitgesetz ändern.

Das Familienstartzeitgesetz: Was ist geplant?

Mit dem Familienstartzeitgesetz möchte die Bundesregierung eine Lücke im deutschen Familienrecht schließen – und zehn Arbeitstage bezahlte Freistellung nach der Geburt ermöglichen. Dieses Gesetz war ursprünglich für 2024 angekündigt, ist aber bis heute nicht umgesetzt worden. Wann es tatsächlich in Kraft tritt, ist weiterhin offen.

Die geplanten Regelungen im Überblick:

Was sagt die EU dazu?

Hintergrund für die Reform ist eine EU-Richtlinie von 2019 (Richtlinie 2019/1158), die allen berufstätigen Vätern in der EU mindestens zehn Tage bezahlte Freistellung nach der Geburt garantiert. Deutschland hätte diese Regelung bis 2022 umsetzen müssen – tat es aber nicht. In der Folge leitete die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Dieses wurde inzwischen eingestellt, doch der Druck bleibt bestehen.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist klar festgehalten: Die EU-Richtlinie soll über das Familienstartzeitgesetz in deutsches Recht umgesetzt werden. Doch das politische Ringen, wirtschaftliche Unsicherheiten und der Regierungswechsel nach dem Aus der Ampel-Koalition verzögern den Prozess.

Warum ist der Vaterschaftsurlaub so wichtig?

Studien zeigen: Die ersten Wochen nach der Geburt sind entscheidend für die Bindung zwischen Eltern und Kind. Wenn beide Elternteile Zeit miteinander verbringen können, profitieren nicht nur Mutter und Vater – auch die kindliche Entwicklung wird gestärkt.

Zudem könnte eine gesetzlich geregelte Väterzeit einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung leisten. Denn wenn Betreuung und Haushalt nicht automatisch bei der Mutter landen, wird Familienarbeit fairer verteilt – auch langfristig.

Was sagen Unternehmen und Gesellschaft?

Eine Umfrage des Allensbach-Instituts zeigt: Viele Unternehmen stehen dem Vaterschaftsurlaub positiv gegenüber. Durch die Erstattung der Lohnkosten über das U2-Verfahren halten sich die finanziellen Belastungen für Betriebe in Grenzen. Für kleine Betriebe mit zehn Mitarbeitenden würde der Mehraufwand laut Modellrechnung nur etwa 10,40 Euro pro Monat betragen.

Auch gesellschaftlich gibt es breite Unterstützung. Petitionen, Elterninitiativen und Verbände fordern seit Langem eine gesetzlich abgesicherte Partnerfreistellung.

Fazit: Kommt der Vaterschaftsurlaub 2025?

Ob der Vaterschaftsurlaub 2025 wirklich Realität wird, hängt von politischen Entscheidungen und dem weiteren Gesetzgebungsverfahren ab. Fest steht: Das Familienstartzeitgesetz ist überfällig – und könnte vielen jungen Familien den Start ins gemeinsame Leben erleichtern.

Für werdende Eltern gilt: Informiert euch frühzeitig über eure Rechte, sprecht mit euren Arbeitgebern über mögliche Freistellungen – und bleibt dran. Denn auch wenn das Gesetz noch nicht verabschiedet ist, der gesellschaftliche Wandel hat längst begonnen.

Quellen: business-punk.com und hopkins.law

- unterstützt durch KI - 

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