Vorschule in Bayern: Warum viele Kinder jetzt einen Deutsch-Vorkurs brauchen

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Über 42.000 Kinder wurden bisher im neuen Sprachscreening getestet – mit ernüchterndem Ergebnis: Mehr als die Hälfte muss nun verpflichtend einen Deutsch-Vorkurs besuchen. Was hinter der neuen Sprachstandserhebung steckt, wer betroffen ist und was Eltern jetzt wissen müssen.

Gut jedes zweite Kind braucht einen Deutschkurs, um dem Unterricht in der Schule folgen zu können, so das Ergebnis der neu eingeführten Sprachstanderhebungen in Bayern. Bisher wurden rund 42.300 von insgesamt 130.000 Kindern getestet, wie BR24 berichtet. Mehr als die Hälfte hat den Test nicht bestanden, sie müssen nun einen verpflichtenden Deutsch-Vorkurs besuchen.

Warum braucht es das Sprachscreening?

Damit Kinder gut in die Schule starten können, müssen sie ausreichend Deutsch sprechen, immerhin ist Sprache der Schlüssel zu Bildung und Freundschaften. Deshalb wurde in Bayern der neue Sprachtest eingeführt: die Sprachstandserhebung. Ein Jahr vor der Einschulung, also im vorletzten Kindergartenjahr, wird geprüft, wie gut Kinder Deutsch verstehen und sprechen.

Was bedeutet das für Eltern und Kinder?

Kinder mit Förderbedarf müssen ab September 2025 verpflichtend einen Deutsch-Vorkurs besuchen. Die Kurse finden, je nach Region, in Kitas, Grundschulen oder an beiden Orten statt. Zuständig sind das Kultus- und das Sozialministerium. Ausgenommen sind Kinder, deren Kita bestätigt, dass sie bereits über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Wer muss den Test machen – und wer nicht?

Alle Kinder, die nicht in einer Kita betreut werden, müssen am Sprachtest teilnehmen.

Kinder in einer staatlich geförderten Kita müssen nur dann getestet werden, wenn ihre Einrichtung nicht bestätigen kann, dass sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Kinder mit nachgewiesen guten Deutschkenntnissen (laut Kita) sind von der Testpflicht befreit.

Sprachförderung als Schlüssel für faire Chancen

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) betont: „Unser Anspruch muss sein, allen Kindern in Bayern die bestmöglichen Startchancen zu Beginn ihrer Schullaufbahn zu ermöglichen.“ Mit den neuen Sprachtests wolle man gezielter fördern, damit wirklich alle Kinder die gleichen Chancen bekommen. Zwar habe es bei der Einführung der Tests noch etwas „geruckelt“, doch das Verfahren werde derzeit überprüft und überarbeitet.

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