Mehr als Pommes: Wie Restaurants Kinder endlich besser bekochen können

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Essen gehen mit Kindern ist für viele Familien kein entspanntes Vergnügen, sondern oft ein Drahtseilakt zwischen knurrenden Mägen, begrenzter Auswahl und der ewigen Diskussion um Schnitzel oder Nuggets. Wer regelmäßig mit Kindern im Restaurant sitzt, kennt das Problem: Die Kinderspeisekarte ist oft einseitig und wenig inspirierend. Doch es geht auch anders – und besser.

Wenn die Kinderkarte zur Herausforderung wird

Ein typisches Szenario: Ein siebenjähriges Mädchen müht sich durch die Speisekarte, während der kleine Bruder auf Pommes mit Schnitzel besteht – oder doch lieber Nuggets? Die Auswahl ist dürftig, und Eltern bleibt meist nur das resignierte Nicken.

"Grundsätzlich ist gegen eine Portion Pommes hin und wieder ja nichts einzuwenden. Schade ist aber, dass die Kinder so keine Chance bekommen, Neues kennenzulernen", erklärt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Kindergerichte im Check – ernüchternde Ergebnisse

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt den Eindruck vieler Eltern: Auf 100 überprüften Speisekarten fanden sich 456 Kindergerichte – der Großteil davon frittiert. Gemüse war selten: Nur jedes zehnte Gericht enthielt eine Gemüsebeilage. Dabei wäre eine ausgewogene Ernährung gerade im Kindesalter so wichtig – und im Restaurant gar nicht so schwer umzusetzen.

So wird die Kinderspeisekarte besser

Hier ein paar einfache Ideen, wie Restaurants kindgerechte und trotzdem gesunde Alternativen anbieten können:

Harald Seitz betont: „Ich bin großer Befürworter von kleinen Portionen für alle. Also die Wahlmöglichkeit, von einem Gericht die normale oder eine kleine Menge zu bestellen.“ In vielen Ländern sei das längst üblich. In der Hamburger Studie war das allerdings nur in einem einzigen Restaurant möglich.

Der Räuberteller – einfach, sinnvoll, nachhaltig

Eine charmante Lösung für das Dilemma: der Räuberteller. Kinder bekommen einen eigenen Teller und essen einfach bei den Eltern mit. So lernen sie neue Geschmäcker kennen und profitieren von einer hoffentlich ausgewogenen Wahl der Erwachsenen. Auch Lebensmittelreste lassen sich so reduzieren, was wiederum gut für den Geldbeutel und die Umwelt ist. Immerhin neun der 100 untersuchten Restaurants bieten diese Option an.

Eltern als Vorbild – auch auf dem Teller

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme – es ist ein gemeinschaftliches Erlebnis, das geprägt wird durch Vielfalt, Genuss und Vorbilder. Wenn Kinder beim Essen mitreden dürfen und auch mal etwas Neues probieren können, lernen sie ganz nebenbei eine Menge. Der Räuberteller oder eine kindgerechte Auswahl bei den „großen“ Gerichten kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein – hin zu mehr Geschmack und mehr Gesundheit auf dem Kinderteller.

Quelle: BZfE

- unterstützt durch KI - 

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