Kirta - Kirchweih bei uns in Oberbayern
Tradition und Brauchtum im Herzen Bayerns
Bei uns in Oberbayern ist Kirta mehr als nur ein Fest; es ist ein Ausdruck der tiefen Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und ihrer Kultur. Die Pflege der Traditionen und Bräuche macht die Kirchweih zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Jahreslaufs und stärkt den Zusammenhalt in den Dörfern.
In Oberbayern lebt die Kirta von der Gemeinschaft und dem Engagement der Dorfbewohner, die jedes Jahr mit Freude und Hingabe dieses Festvorbereiten und gestalten. Die Kirta ist ein lebendiger Ausdruck oberbayerischer Lebensfreude und ein wichtiges Symbol für die Pflege von Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Ursprung und Bedeutung der Kirta
Die Ursprünge der Kirchweih in Oberbayern reichen bis ins Mittelalter zurück, als die Kirchweih ursprünglich zur Feier der Weihe der örtlichen Kirche diente. In Oberbayern findet die Kirta traditionell am dritten Sonntag im Oktober statt, dem Sonntag nach dem Gedenktag des Heiligen Lukas, daher auch oft „Lukaskirta“ genannt. Dieses Datum markierte einst das Ende der Erntezeit und bot den Menschen die Gelegenheit, gemeinsam das Ende des arbeitsreichen Sommers zu feiern.
Die Kirta dauert in der Regel drei bis vier Tage, beginnend am Samstag und endend am Montag oder Dienstag. In manchen Dörfern zieht sich die Kirta sogar über eine ganze Woche hin, insbesondere wenn das Wetter und die Stimmung gut sind.
Traditionelle Bräuche in Oberbayern
Die Kirta in Oberbayern ist geprägt von einer Vielzahl an traditionellen Bräuchen, die in den Dörfern und Gemeinden sorgfältig gepflegt werden:
- Kirta-Markt und Kirta-Dult: Am Kirchweihwochenende findet in vielen oberbayerischen Gemeinden ein großer Markt, die sogenannte Kirta-Dult, statt.
- Tanz und Musik: Traditionelle Volksmusik und Tänze spielen eine zentrale Rolle auf der Kirta. In vielen Gemeinden gibt es spezielle Kirta-Tänze, die von den jungen Leuten in Tracht vorgeführt werden. Der „Schuhplattler“ und andere traditionelle Tänze sind fester Bestandteil des Festes.
- Kirta-Schmankerl: Die kulinarischen Höhepunkte der Kirta sind unvergleichlich. Typisch oberbayerische Spezialitäten wie Schweinshaxn, Ente, Sauerkraut und die unverzichtbaren Kirchweihnudeln (oder „Auszogne“) stehen im Mittelpunkt. Auch der Duft von frischgebackenen Kirchweihkrapfen gehört dazu.
- Kirta-Montag und „Nachkirta“: Der Montag nach dem Kirchweihsonntag, auch „Kirta-Montag“ genannt, ist in vielen oberbayerischen Gemeinden ein besonderer Tag, an dem noch einmal kräftig gefeiert wird. In einigen Orten gibt es sogar die „Nachkirta“, die eine Woche später stattfindet, um das Fest noch einmal gebührend abzuschließen.
- Die Kirtahutschn ist eine Tradition der bayerischen Kirchweih und gehört vor allem in Oberbayern zu den beliebtesten Bräuchen. Eine „Hutschn“ ist der bayerische Begriff für eine Schaukel. Die Kirtahutschn ist eine große Schaukel, die speziell zur Kirchweih aufgebaut wird. Es ist keine gewöhnliche Schaukel, die man auf einem Spielplatz finden kann. Sie besteht aus einem massiven Holzbrett, das mit Ketten oder Seilen unter einem Vordach oder sogar im Kuhstall aufgehangen wird. So können mehrere Personen gleichzeitig schaukeln.