Darmgesundheit: Warum unsere Bakterien so wichtig sind

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© StockHolm

Hör auf dein Bauchgefühl! Das ist mehr als nur ein Spruch. Denn in unserem Bauch steckt ein kleines Universum: Billionen von Bakterien, die gemeinsam unser Darmmikrobiom bilden. Diese winzigen Helfer beeinflussen nicht nur die Verdauung, sondern auch unser Immunsystem, unsere Stimmung und sogar unsere gesamte Gesundheit.

Unser Mikrobiom hält ein Gleichgewicht, das Pflege braucht. Was auf den Teller kommt, hat großen Einfluss darauf, welche Bakterien sich in unserem Darm wohlfühlen. Mit einer abwechslungsreichen Ernährung können wir viel dafür tun, dass die guten Darmbewohner die Oberhand behalten.

Was dem Darm guttut

Ein vielfältiges Mikrobiom gilt als Zeichen eines gesunden Darms. Das lässt sich mit einer ballaststoffreichen Ernährung fördern, die reich an Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten ist. Diese Lebensmittel sind für uns Menschen kaum verdaulich, für viele Darmbakterien jedoch eine wertvolle Nahrungsquelle.

Weniger günstig ist dagegen eine einseitige Kost mit viel Fett und tierischem Eiweiß. Auch Stress, Krankheiten oder bestimmte Medikamente können das empfindliche Gleichgewicht im Darm stören. In solchen Phasen kann es hilfreich sein, die Darmflora gezielt zu unterstützen, etwa mit Prä-, Pro- oder Postbiotika.

Präbiotika: Futter für gute Bakterien

Präbiotika sind Ballaststoffe, die gezielt das Wachstum nützlicher Bakterien im Darm fördern. Zu den bekanntesten zählen Inulin und Oligofruktose. Diese kommen vor allem in Chicorée, Topinambur, Spargel, Lauch und Zwiebeln vor. Sie dienen den guten Keimen als Nahrung und helfen so dabei, dass sich diese vermehren und schädliche Bakterien in Schach halten können.

Probiotika: Lebende Helfer für die Verdauung

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die – in ausreichender Menge aufgenommen – einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Sie kommen natürlicherweise in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Joghurt oder Kefir vor.

Bei speziellen probiotischen Joghurts werden zusätzlich größere Mengen bestimmter Bakterienstämme, etwa Bifidobakterien, zugesetzt. Diese überstehen zumindest teilweise den Weg durch den Magen und erreichen den Darm lebend. Dort können sie helfen, das Immunsystem zu stärken und krankmachende Keime zu verdrängen. Dauerhaft ansiedeln können sie sich allerdings nicht, ihre Wirkung hält nur an, solange sie regelmäßig verzehrt werden.

Postbiotika: Die neue Generation

Noch relativ neu sind die sogenannten Postbiotika. Sie bestehen aus abgetöteten Mikroorganismen und deren gesundheitsfördernden Stoffwechselprodukten. Zu den interessantesten zählen kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat und Propionat. Diese Stoffe stärken die Darmbarriere, unterstützen die Abwehrkräfte und können den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen.

Forschende sehen in Postbiotika eine spannende Ergänzung zu Prä- und Probiotika; insbesondere für Menschen, deren Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist. Allerdings steckt die Forschung dazu noch in den Anfängen.

Fazit: Vielfalt zahlt sich aus

Unser Darm ist ein komplexes Ökosystem, das täglich davon profitiert, wenn wir uns abwechslungsreich, vorwiegend pflanzlich und ballaststoffreich ernähren. Wer regelmäßig fermentierte Lebensmittel auf den Speiseplan setzt und reichlich Gemüse isst, tut nicht nur seiner Verdauung, sondern dem ganzen Körper etwas Gutes.

Denn: Geht es dem Darm gut, geht es oft auch uns gut.

Quelle: Bundeszentrum für Ernährung

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