Essen nach Klischee? Wie Rollenbilder unser Essverhalten prägen

by

© MAD_Production

Warum greifen Männer öfter zu Fleisch und Frauen eher zu Salat? Eine Studie der FH Münster zeigt: Geschlechterklischees beeinflussen unsere Essgewohnheiten stärker, als wir denken – mit Folgen für den Alltag und die Gesundheit.

Vorlieben bestimmen, was und wie wir essen. Doch auch gesellschaftliche Erwartungen haben Einfluss auf unsere Essgewohnheiten. Eine aktuelle Untersuchung der Fachhochschule Münster macht deutlich: Selbst im Jahr 2025 orientieren sich Menschen beim Essen noch immer an traditionellen Geschlechterrollen.

Typisch männlich, typisch weiblich?

Die Online-Befragung mit über 1.400 Teilnehmenden zeigt: Männer bevorzugen häufiger Fleischgerichte, Deftiges und auch Bier. Frauen dagegen greifen öfter zu leichten, pflanzenbasierten Mahlzeiten, achten stärker auf Fett- und Kaloriengehalt und probieren häufiger vegetarische oder vegane Ernährungsformen aus. Interessant ist auch: Während Frauen häufiger Diäten machen und mehr Wert auf gesunde Ernährung legen, naschen sie gleichzeitig öfter Süßigkeiten.

Küche, Einkauf und Verantwortung

Nicht nur beim Essen selbst, auch im Alltag spiegeln sich alte Rollenbilder wider. So sehen sich viele Frauen nach wie vor in der Hauptverantwortung für Einkäufe und Kochen. Männer hingegen sprechen sich zwar häufiger für eine gleichberechtigte Aufteilung aus, doch in der Praxis übernehmen sie diese Aufgaben meist weniger.

Warum die Ergebnisse wichtig sind

Die Forschenden betonen, dass solche Erkenntnisse wichtig sind, um Ernährungspolitik, Beratung und Gesundheitsförderung besser zu gestalten. Denn wer Menschen zu einem ausgewogenen Lebensstil motivieren möchte, muss verstehen, welche Bilder und Erwartungen ihre Entscheidungen beeinflussen. Oder kurz gesagt: Essen ist nicht männlich oder weiblich, sondern individuell.

Quelle: Pressemitteilung vom Bundeszentrum für Ernährung

Back to topbutton