Schokolade ohne Kakao? Das steckt hinter Choviva

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Schokolade ohne Kakao? Mit Choviva kommt eine neue Alternative in deutsche Supermärkte. Die kakaofreie Zutat aus Sonnenblumenkernen soll klimafreundlicher sein und unabhängig von problematischen Lieferketten machen. Doch was steckt wirklich dahinter?

Schokolade ohne Kakao klingt zunächst ungewöhnlich. Doch genau das steckt hinter Choviva. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, handelt es sich dabei um eine neue Alternative zu Kakao, die inzwischen in zahlreichen Produkten deutscher Supermärkte verwendet wird. Ob Müslis, Kekse oder Riegel: Immer mehr Hersteller setzen auf die kakaofreie Zutat des Start-ups Planet A Foods.

Was genau ist Choviva?

Choviva ist keine klassische Schokolade, sondern eine Alternative auf Basis von Sonnenblumenkernen. Diese werden ähnlich verarbeitet wie Kakaobohnen: Sie fermentieren und rösten, damit sich Geschmack und Aroma entwickeln.

Nach Angaben des Herstellers stammen die Sonnenblumenkerne aus Europa, etwa aus Bulgarien. Dadurch sind die Transportwege deutlich kürzer als bei Kakao, der häufig aus Afrika, Südamerika oder Asien importiert wird. Inzwischen gibt es Choviva in verschiedenen Varianten: dunkle, weiße, Vollmilch- und vegane Alternativen.

Warum suchen Unternehmen nach Kakao-Alternativen?

Die Kakaoindustrie steht seit Jahren in der Kritik. Themen wie Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen und klimabedingte Ernteausfälle sorgen zunehmend für Probleme entlang der Lieferketten. Gleichzeitig sind die Preise für Rohkakao zuletzt stark gestiegen.

Hersteller werben deshalb mit nachhaltigeren Alternativen. Laut Planet A Foods verursacht Choviva im Vergleich zu dunkler Schokolade mehr als 90 Prozent weniger CO₂. Gegenüber Milchschokolade sollen es noch über 80 Prozent weniger sein.

Rechtlich keine Schokolade

Auch wenn Choviva optisch kaum von klassischer Schokolade zu unterscheiden ist, darf das Produkt rechtlich nicht als Schokolade bezeichnet werden. Grund dafür ist die sogenannte Kakaoverordnung. Sie schreibt vor, welche Mindestmengen an Kakao und Kakaobutter enthalten sein müssen.

Da Choviva komplett ohne Kakao hergestellt wird, fällt die Zutat nicht unter diese Definition. Deshalb finden sich auf Verpackungen meist Bezeichnungen wie Schokoladenalternative auf Sonnenblumenbasis oder kakaofrei. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale sind diese Hinweise allerdings oft nur schwer erkennbar.

Ist Choviva für Kinder geeignet?

Grundsätzlich gilt Choviva als für Kinder geeignet. Da die Alternative ohne Kakao auskommt, enthält sie kaum anregende Stoffe wie Koffein oder Theobromin.

Trotzdem bleiben Produkte mit Choviva meist klassische Süßigkeiten, mit vergleichbaren Mengen an Zucker und Fett. Für Eltern ist daher weniger entscheidend, ob Kakao enthalten ist, sondern wie häufig und in welchen Mengen solche Produkte gegessen werden.

Kaum Unterschiede beim Preis

Interessant ist auch der Blick auf die Preise. Obwohl Sonnenblumenkerne als Rohstoff meist günstiger sind als Kakao, kosten viele Produkte mit Choviva ähnlich viel wie herkömmliche Varianten. Teilweise bleiben die Preise unverändert, manche Produkte wurden sogar teurer.

Ob Hersteller dadurch höhere Gewinne erzielen, lasse sich laut Verbraucherzentrale nicht eindeutig beurteilen.

Fazit

Choviva zeigt, wie stark sich der Lebensmittelmarkt derzeit verändert. Die kakaofreie Alternative soll klimafreundlicher sein und unabhängiger von problematischen Lieferketten machen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt dennoch wichtig, genau auf die Verpackung zu schauen. Denn auf den ersten Blick sind Produkte mit Choviva kaum von klassischer Schokolade zu unterscheiden.

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