Es war einmal..!Neue Rollenbilder in Märchen

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Viele alte Märchen zeigen Rollenbilder, die heute nicht mehr passen. Warum es sich lohnt, sie neu zu erzählen und welche modernen Geschichten Kinder wirklich stärken.

Herbstzeit ist Geschichtenzeit! Wenn die Tage kürzer werden und das Laub unter den Füßen raschelt, machen wir es uns drinnen gemütlich. Gerade jetzt gehören Märchen und Geschichten einfach zum Familienalltag. Doch viele der Klassiker, die wir selbst als Kinder geliebt haben, spiegeln ein Weltbild wider, das heute nicht mehr zeitgemäß ist. Umso wichtiger ist es, diese Geschichten bewusst zu betrachten und ihre Botschaften unter die Lupe zu nehmen...

Die Prinzessin, die gerettet werden muss

In Dornröschen schläft die Heldin, bis ein Prinz sie erlöst. Aschenputtel braucht Magie und einen wohlwollenden Mann, um ihr Glück zu finden. Hexen sind neidisch, Stiefmütter grausam, Väter gutmütig, aber machtlos. Diese Rollenbilder sind kein Zufall, sie folgen patriarchalen und tradierten Mustern: Frauen erscheinen als schön, passiv und hilfsbedürftig, Männer als stark, mutig und entscheidungsfreudig. Solche Erzählmuster beeinflussen früh, oft unbewusst, wie Kinder Weiblichkeit und Männlichkeit wahrnehmen.

Warum das problematisch ist

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Kinder lernen durch Geschichten, wie die Welt funktioniert – und welche Rolle sie selbst darin spielen. Wenn Mädchen immer gerettet werden und Jungen die Helden sind, prägt das langfristig ihr Selbstbild und Verhalten. Studien zeigen, dass Kinder stereotype Geschlechterbilder bereits im Vorschulalter übernehmen. Schon 2017 fand ein Forschungsteam um die Psychologin Lin Bian von der University of Illinois heraus, dass sich Mädchen im Alter von etwa sechs Jahren seltener selbst als besonders klug wahrnehmen, weil sie früh lernen, Brillanz eher mit Jungen zu verbinden. Märchen können also dazu beitragen, dass solche Rollenbilder weitergegeben werden.

Zeit für neue Erzählungen

Natürlich sind Märchen Teil unseres kulturellen Erbes und sie müssen nicht aus Kinderzimmern verschwinden. Aber sie dürfen hinterfragt werden. Schon während dem Vorlesen können Eltern mit ihren Kindern gemeinsam überlegen: Muss es immer der Prinz sein, der rettet? Oder kann Dornröschen selbst aufwachen, weil sie neugierig auf das Leben ist? So entstehen Gespräche, die Kinder dazu anregen, über Mut, Verantwortung und Selbstbestimmung nachzudenken, unabhängig vom Geschlecht.

Moderne Märchen und neue Heldinnen

Neben den klassischen Märchen gibt es heute viele moderne Geschichten, die alte Rollenbilder aufbrechen. Hier besiegen Prinzessinnen den Drachen, Ritter zeigen Gefühle und Freundschaft zählt genauso viel wie eine Hochzeit. In ihrem Buch Der 13. Schlüssel erzählt Autorin Silke Wildner bekannte Märchen neu: Die alten Heldinnen und Helden erleben frische Abenteuer, in denen Magie und Selbstfindung Hand in Hand gehen. So ermutigen die Geschichten Kinder, ihren eigenen Weg zu gehen.

Das Besondere: Am Ende des Buches findet sich ein Guide für Eltern, in dem die Autorin die Bedeutung und Symbolik ihrer Erzählungen erklärt.

Wer Lust hat, die neuen Versionen von Rotkäppchen, Schneewittchen und dem Froschkönig zu entdecken, sollte unbedingt auf unserem Zwergerl-Instagram-Kanal vorbeischauen: Dort verlosen wir gemeinsam mit Silke Wildner zwei Exemplare von Der 13. Schlüssel. Liken, kommentieren, gewinnen!


Infos zur Autorin:

Silke Wildner ist Autorin und Coach für Frauen, die ihre Beziehung zu sich selbst vertiefen und ihr Leben bewusster gestalten möchten. Bekannt wurde sie durch ihre Arbeit mit Alleinerziehenden und durch die Plattform gut-alleinerziehend.de. In ihrem Märchenbuch „Der 13. Schlüssel“ verbindet sie klassische Erzählungen mit Themen wie Selbstfindung und innerer Stärke und lädt Kinder wie Erwachsene ein, ihren eigenen Weg zu gehen. HIER kommst du zum Buch auf Amazon.


Fazit

Märchen sind etwas tolles, für Erwachsene, wie für Kinder. Trotzdem sind viele Geschichten nicht gut gealtert und müssen reflektiert werden. So können Familien gemeinsam Rollenbilder vermitteln, die Geschlechter gleichwertig transportieren. Denn jede und jeder kann ein Held oder eine Heldin sein – egal, ob mit Krone, Schwert oder einfach mit dem Schlafanzug im Bett.

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