Gelungener Schulstart

Über den Schulstart in Zeiten der Pandemie

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Der Countdown läuft: in ein paar Tagen kommen wieder hunderttausende Mädchen und Jungen in die Schule.

Für die Kinder, aber auch für die Eltern, beginnt eine neue Zeit. Viele Kinder können es kaum noch erwarten, manch andere aber dagegen haben ein klein wenig Bammel. Alles überschattet allerdings die Unsicherheit im Hinblick auf die Konzepte gegen Corona. Trotz veränderter Bedingungen bei der Schulanmeldung soll der Schulstart trotzdem sorgenfrei gelingen.

Die große Aufregung

Max ist sechs Jahre alt. Zusammen mit seiner kleinen Schwester und seinen Eltern lebt er im Münchner Umland. Dieses Jahr wird er in die Schule kommen. Entgehen konnte ihm das nicht, schließlich fragen „Hinz und Kunz“ alle Nase lang, ob er sich denn schon auf die Schule freuen würde. Wenn er das nur wüsste! Eines ist ihm aber klar, heuer werde die Einschulung wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen anders als sonst. 

Die Einschulung ist ein großer Tag im Leben der Kleinen – und natürlich deren Familien. Große, gemeinsame Begrüßungsfeiern mit allen Neuankömmlingen aus allen ersten Klassen der jeweiligen Schule wird es heuer am ersten Schultag nirgends geben. Ohnehin erleben die Mädchen und Buben eine Situation, die so noch kein Erstklässler am Tag der Einschulung erlebt hat: Neben bunten Schultüten und nagelneuen Ranzen gehören heuer Hygienebestimmungen mit Mund- und Nasenschutz sowie Abstandsregeln zur Einschulungsfeier dazu. Bis vor Kurzem stand auch noch nicht fest, ob Mama und Papa oder auch Geschwister gemeinsam die Grundschüler zur Begrüßungszeremonie begleiten dürfen. Geplant ist fast an allen Schulen, dass nach der Begrüßung die Kinder von ihren Lehrern zur Schule gebracht, wo der erste Unterricht stattfindet und auch das erste Klassenfoto gemacht wird. Eltern werden gebeten, sich bereits jetzt über die Internetseite ihrer jeweiligen Schule zu informieren, wo gegebenenfalls Änderungen bekannt gegeben würden. Im Bayerischen Kultusministerium geht man derzeit davon aus, dass das neue Schuljahr im Regelbetrieb starten wird.

Das bedeutet, sollte es das Infektionsgeschehen ermöglichen, kann die Einschulung der Erstklässler wie üblich mit Begleitprogramm und den Eltern stattfinden. Priorität hätten die Gesundheit und der Infektionsschutz, heißt es aus dem Kultusministerium. Voraussetzung für einen Regelbetrieb in Schulen unter Hygieneauflagen ist, dass sich das Infektionsgeschehen weiterhin positiv entwickelt und der derzeitige Mindestabstand von 1,5 Metern in den Klassenräumen sowie die damit verbundenen Klassenteilungen aufgehoben werden können. Die Hygieneauflagen werden vor Beginn des neuen Schuljahrs in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium in einem neuen Hygieneplan der aktuellen Situation angepasst. Basis hierfür ist der bestehende Hygieneplan, der neben allgemeinen Aspekten wie etwa regelmäßiges Händewaschen, Einhaltung der Husten- und Niesetikette auch Vorgaben zum Verhalten im Schulgebäude vorsieht.“ Im Falle einer ungünstigen Entwicklung des Infektionsgeschehens bis zum Schulstart würden daher geeignete Maßnahmen zur Durchführung der Einschulung getroffen. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) oder einer geeigneten textilen Barriere im Sinne einer MNB (sogenannte community masks oder Behelfsmasken, z. B. Textilmasken aus Baumwolle) ist grundsätzlich für alle Personen auf dem Schulgelände (Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal, Schülerinnen und Schüler, Externe) verpflichtend. Diese Pflicht umfasst alle Räume und Begegnungsflächen im Schulgebäude (wie z.B. Unterrichtsräume, Fachräume, Turnhallen, Flure, Gänge, Treppenhäuser, im Sanitärbereich, beim Pausenverkauf, in der Mensa, während der Pausen und im Verwaltungsbereich) und auch im freien Schulgelände (wie z.B. Pausenhof, Sportstätten).

Wie geht es jetzt mit Max weiter

(Wichtig: Alle weiteren Zeilen dieses Artikels sind hinsichtlich der jeweiligen Hygienemaßnahmen der einzelnen Schulen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu lesen, auch weil nicht jedes mal explizit drauf eingegangen werden kann).

Toll ist auf jeden Fall der neue Schulranzen mit Fußball- Schuhen vorne drauf und die Schultüte, die er im Kindergarten gebastelt hat. Als Eltern können Sie einiges tun, dass Ihre Kinder relativ gut auf die Schule vorbereitet sind. Reden Sie mit Ihren Kindern und beschreiben Sie, wie es so sein kann. Dass noch andere Kinder im Klassenzimmer sein werden, dass auch noch gespielt werden darf, dass Ihr Kind nun endlich lesen, schreiben und rechnen lernen darf. Außerdem gibt es Pausen, in denen man sich austoben und mit Freunden spielen kann, soweit es die einzelnen Hygienemaßnahmen zulassen. Je positiver Sie das Ganze vermitteln, desto unbefangener wird Ihr Zögling an die Sache ran gehen. Auch wenn Sie selbst ganz nervös sind und sich über Dinge wie Schulweg, Nachmittagsbetreuung und Lehrkraft Sorgen machen, so behalten Sie dies für sich und reden nur darüber, wenn keine „großen Kinderohren“ mithören können. Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Ihr Kind noch nicht lesen oder rechnen kann, wie vielleicht andere in der Gruppe. Erst in der Schule wird ein Kind zum Schulkind und lernt lesen und rechnen. Wichtig ist, dass Ihr Nachwuchs sich (zumindest ein bisschen) auf die Schule freut, dass er emotional stabil ist, auch mal länger ruhig sitzen bleiben kann, Frust aushält, etwas Geduld aufbringen kann und gerne auch mal kleine Aufgaben löst. Ob Ihr Kind schulreif ist, haben Sie mit Sicherheit schon bei der Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt, bei der Schuluntersuchung und bei Gesprächen mit den Erziehern sichergestellt. Selbst wenn jetzt noch ein paar Zweifel bleiben, ob Ihre Tochter oder Ihr Sohn wirklich schon bereit ist, sollten Sie voller Mut und Selbstvertrauen in die schulische Zukunft blicken. Ist Ihr Kind eingeschrieben, führt eh kein Weg mehr daran vorbei und Sie sollten sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen.

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