Lea war allein zu Hause. Der Wind pfiff ums Haus, und draußen klapperten die Äste gegen die Fenster. Sie wollte eigentlich nur ein Glas Wasser holen, als sie plötzlich ein leises Geräusch aus dem Badezimmer hörte. Ein Flüstern.
Zögernd öffnete sie die Tür. Alles war still. Nur der große Spiegel über dem Waschbecken glänzte matt im Licht der Lampe. Lea wollte sich gerade umdrehen, da hörte sie es wieder: ein hauchzartes Flüstern, das eindeutig aus dem Spiegel kam.
„Lea … komm näher …“
Ihr Herz schlug schneller. Vorsichtig trat sie an den Spiegel heran. Ihr eigenes Gesicht starrte sie an – aber irgendetwas stimmte nicht. Ihre Spiegelgestalt bewegte die Lippen, obwohl Lea selbst ganz still war.
„Ich bin du … und ich will frei sein“, flüsterte das Spiegelbild mit einem unheimlichen Lächeln. Langsam hob es die Hand, drückte von innen gegen die glatte Oberfläche, und das Glas begann zu zittern. Ein dünnes Rissmuster zog sich über die Spiegelfläche, als würde etwas von der anderen Seite hindurchdringen wollen.
Lea stolperte zurück. „Das … das ist nicht echt!“, keuchte sie. Doch das Spiegelbild kicherte leise. „Bald bin ich draußen. Und dann bist du diejenige, die im Spiegel gefangen ist.“
Entsetzt rannte Lea aus dem Bad, knallte die Tür zu und lehnte sich zitternd dagegen. Drinnen knackte und knisterte es, als ob das Glas gleich brechen würde. Dann – Stille.
Lea wagte es nicht mehr, das Bad zu betreten. Bis heute hängt ein Tuch über dem Spiegel, und manchmal, mitten in der Nacht, hört sie wieder ein leises Flüstern: „Lea … ich bin noch da …“
-unterstützt durch KI-