Gedanken des Heiligen Nikolaus
Wenn die Tage kürzer werden, der Nebel um die Wälder zieht und die Adventszeit naht, kann es leicht passieren, dass auch der heilige Nikolaus kurzfristig in dunklen Gedanken versinkt.

„Bald muss ich wieder raus in die Kälte. In eine Kälte, die nicht durch die Witterung zustande kommt, nein eine Kälte von Menschenhand erzeugt. Durch Hektik, Leistungsdruck, Konsumrausch und noch vielen anderen Gründen vermittelt. Einerseits muss ich ja froh sein, noch von so vielen Familien freudig erwartet zu werden. Aber leider sind dies oft falsche Erwartungen. Wie traurig stimmt es mich, wenn ich nur all zu oft hören muss: Wenn du nicht artig bist, sag ich es dem Nikolaus.Und so gibt es noch vielerlei Aussagen, die mich als den bösen, gestrengen Heiligen hinstellen. Dabei möchte ich den Kindern doch gern Gutes tun, sie zwar ermahnen, aber doch hauptsächlich mit Ratschlägen den richtigen Weg weisen und nicht schimpfen, poltern oder sogar mit Schlägen drohen. Mein Begleiter der Knecht Ruprecht hat es auch nicht einfach. Auf der einen Seite soll er nicht so furchterregend und polternd sein, damit die Kinder ohne Angst schlafen können. Aber anderseits haben sie vor einem zu braven Ruprecht keinen Respekt. Früher war es auch einfacher, den Kindern Freude zu bereiten. Mit ein paar Nüssen, Mandeln, Orangen oder Lebzelten konnte man das Leuchtenin ihre Augen zaubern. Heutzutage fällt es immer schwerer sie zufrieden zustellen. Der Konsumrausch macht auch vor den Kleinsten nicht halt. Aber was soll’s, die Ansprüche werden zwar immergrößer, wiederum genau betrachtet, ist es doch beruhigend zu wissen, dass meine Gaben nicht mehr „lebensnotwendig“ sind. Die Armut der meisten Menschen ist nicht mehr so groß, dass sie auf meine Mildtätigkeit angewiesen sind. Als härteres Los empfinde ich allerdings den Konkurrenzkampf mit Herrn Weihnachtsmann. Dabei bräuchte es doch gar keinen Kampf zwischen uns zu geben, denn ein jeder von uns Beiden hat seine Berechtigung. Doch leider werden wir immer und immer wieder zusammen in einen Topf geworfen. Und dagegen mus sich mich entschieden zur Wehr setzten!!!







