Kita-Platz gesucht: Warum der Wohnort den Ausschlag geben kann
Ob ein Kind früh gefördert wird, hängt oft weniger vom Bedarf der Familie ab als vom Wohnort. Eine neue Studie zeigt: In Deutschlands Großstädten sind Kita-Plätze ungleich verteilt – besonders benachteiligte Viertel gehen häufig leer aus.
ZR
Zwergerl Redaktion
6. Mai 2025·2 Min.
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Besonders gut schneidet Heidelberg ab. Dort kommen auf eine erreichbare Kita im Schnitt nur 61 Kinder unter sechs Jahren. Auch Ulm (71) und Frankfurt am Main (72) liegen weit vorn. Im Gegensatz dazu ist die Versorgungslage in Teilen des Ruhrgebiets besonders angespannt: In Krefeld etwa teilen sich durchschnittlich 166 Kinder eine Kita, in Gelsenkirchen 165.
Innerstädtische Schieflagen
Nicht nur zwischen den Städten, auch innerhalb einzelner Kommunen zeigen sich teils gravierende Unterschiede. Während wohlhabende Stadtviertel deutlich besser ausgestattet sind, fehlt es in einkommensschwachen Quartieren oft an ausreichend PlätzenArtikelMünchen: Die kinderfreundlichste Stadt DeutschlandsMünchen gilt derzeit als die kinderfreundlichste Großstadt Deutschlands. Warum die bayerische Landeshauptstadt für Familien ideal ist und welche Faktoren dabei entscheidend sind, lesen Sie hier..
Öffentliche Kitas sind dabei relativ gleichmäßig verteilt – die Differenz entsteht vor allem durch Einrichtungen in freier Trägerschaft, also zum Beispiel von kirchlichen oder gemeinnützigen Trägern. Diese konzentrieren sich deutlich stärker auf besser gestellte Wohnlagen. In sozialen Brennpunkten dagegen fehlen sie häufig.
Wenn soziale Herkunft über Bildungschancen entscheidet
Experten kritisieren, dass gerade dort, wo frühkindliche Förderung besonders gebraucht wird, das Angebot am dünnsten ist. In Westdeutschland werde diese Lücke zwar etwas durch mehr öffentliche Kitas in benachteiligten Vierteln abgefedert – dennoch reiche das nicht aus, um die Bildungsungleichheit auszugleichen.
IW-Ökonomin Melinda Fremerey fasst zusammen: „Dort, wo frühkindliche Bildung am dringendsten gebraucht wird und am meisten hilft, ist sie am rarsten.“ Und Matthias Diermeier, Co-Autor der Studie, ergänzt: „Die enorme Ausweitung an Kita-Betreuungsinfrastruktur hat uns dem Versprechen gleicher Bildungschancen nicht nähergebracht.“