Viele Eltern greifen gerne zu Buttermilch oder Kefir, wenn sie vorm Kühlregal stehen – schließlich gelten beide als gesund und erfrischend. Doch worin unterscheiden sich die beiden Milchprodukte eigentlich genau? Und wie geeignet sind sie für Kinder?
Was ist Buttermilch?
Buttermilch entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Butter. Wenn aus Rahm Butter geschlagen wird, bleibt die flüssige Buttermilch übrig. Diese wird anschließend meist mit Milchsäurebakterien versetzt und leicht fermentiert – so entsteht der typische säuerlich-frische Geschmack.
Merkmale:
- fettarm (nur etwa 0,5 bis 1 Prozent Fett)
- enthält viel Eiweiß, Kalzium, Vitamin B2 und B12
- leicht verdaulich
Was ist Kefir?
Kefir stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und ist ein fermentiertes Milchgetränk. Die Fermentation erfolgt mithilfe von sogenannten Kefirkörnern – das sind kleine Knöllchen aus Milchsäurebakterien und Hefen. Diese sorgen dafür, dass die Milch leicht prickelnd wird, ein wenig Alkohol enthält (weniger als 2 Prozent) und einen intensiveren Geschmack entwickelt als Buttermilch.
Merkmale:
- cremiger als Buttermilch
- enthält ebenfalls viel Kalzium, Eiweiß und B-Vitamine
- durch die enthaltenen Hefen leicht alkoholhaltig
Gesundheitliche Vorteile
Beide Produkte sind reich an probiotischen Kulturen, die die Darmflora unterstützen können. Vor allem wer selten zu Joghurt oder fermentierten Lebensmitteln greift, kann mit Buttermilch oder Kefir dem Verdauungssystem etwas Gutes tun. Auch für Knochen und Zähne liefern sie durch das enthaltene Kalzium einen wertvollen Beitrag.
Besonders geeignet sind sie:
- für die Darmgesundheit
- zur Unterstützung des Immunsystems
- bei leichter Laktoseintoleranz (je nach Verträglichkeit – der Laktosegehalt ist durch Fermentation reduziert)
Sind Buttermilch und Kefir für Kinder geeignet?
Ja – mit ein paar Einschränkungen:
Buttermilch ist durch ihren niedrigen Fett- und Zuckergehalt sowie die probiotischen Bakterien gut für Kinder geeignet. Sie kann ab dem Kleinkindalter (etwa ab dem ersten Geburtstag) in kleinen Mengen angeboten werden – idealerweise naturbelassen und ohne zugesetzten Zucker.
Kefir ist etwas komplexer zu bewerten: Er entsteht durch Fermentation und enthält neben Milchsäure auch geringe Mengen Alkohol. Das ist bei Erwachsenen unbedenklich, für kleine Kinder allerdings nicht ideal. Für Kinder unter 3 Jahren empfehlen Fachleute daher Zurückhaltung – zumindest, was den selbst hergestellten klassischen Kefir angeht. Eine sichere Alternative ist der sogenannte „Kefir mild“ aus dem Supermarkt: Er wird industriell so hergestellt, dass der Alkoholgehalt kaum messbar ist und er somit auch für Kleinkinder geeignet ist – in Maßen.
Kefir fürs Baby – ab wann?
Für Babys unter 12 Monaten ist Kefir grundsätzlich nicht geeignet. Kefir wird meist aus Kuhmilch hergestellt – und Kuhmilch ist im ersten Lebensjahr problematisch. Der hohe Eiweißgehalt belastet die noch unreifen Nieren des Babys. Zudem kann bei traditionell hergestelltem Kefir der Alkoholgehalt je nach Gärung zwischen 0,3 und 2 Prozent liegen. Dieser entsteht durch die natürlichen Hefen im Kefir, die den Milchzucker (Laktose) zu Milchsäure, Kohlensäure und Alkohol vergären. Für Erwachsene ist das kein Problem – aber Babys, Kleinkinder, Schwangere und Alkoholabhängige sollten auf diesen Kefir verzichten.
Fazit für Eltern: Buttermilch ist eine gute Wahl für Kinder ab einem Jahr. Bei Kefir lohnt sich ein genauer Blick: Industriell hergestellter „Kefir mild“ ist ab einem Jahr unbedenklich – klassisch fermentierter Kefir hingegen gehört nicht in die Ernährung von Babys und Kleinkindern. Ob und wann Du generell Kuhmilchprodukte einführen möchtest, hängt von individuellen Faktoren ab – hier hilft im Zweifel eine Beratung durch den Kinderarzt oder Ernährungsfachleute.
Kann man Buttermilch und Kefir selbst herstellen?
Buttermilch selbst machen:
Echte Buttermilch entsteht bei der Butterherstellung. Wer Butter selbst herstellt (zum Beispiel durch langes Schlagen von Sahne), bekommt automatisch Buttermilch. Für ein ähnliches Produkt kann man auch Milch mit etwas Zitronensaft oder Essig versetzen – das ergibt eine „schnelle Buttermilch“, zum Beispiel fürs Backen.
Kefir selbst herstellen:
Für echten Kefir braucht man Kefirknollen, die man online oder in Reformhäusern bekommt. Diese gibt man in Milch und lässt das Ganze bei Zimmertemperatur 24 bis 48 Stunden stehen. Danach wird der fertige Kefir abgesiebt – die Knollen können weiterverwendet werden.
Hinweis: Die Herstellung ist einfach, aber auf Hygiene ist zu achten. Für Kinder lieber mit mildem Kefir oder pasteurisierten Varianten aus dem Handel starten.
Fazit: Gut für die ganze Familie – mit Augenmaß
Buttermilch und Kefir sind gesunde, natürliche Milchprodukte mit vielen positiven Eigenschaften. Für Kinder sind sie grundsätzlich geeignet, besonders Buttermilch ist ein guter Einstieg. Bei Kefir sollten Eltern auf den Alkoholgehalt achten und vorsichtig dosieren. Wer Spaß am Experimentieren hat, kann beides auch selbst herstellen – so wissen Familien ganz genau, was im Glas landet.
