Durch die Erst-Untersuchung kann der Kieferorthopäde abschätzen, ob ein Behandlungsbedarf überhaupt vorliegt, wie groß dieser ist und wann der beste Zeitpunkt zum Beginn der Behandlung vorliegt. Einige Behandler machen bereits beim ersten Termin die Diagnostik, andere Kieferorthopäden vereinbaren hierzu einen zweiten Termin. In der Erstbefragung, der sogenannten Anamnese, versucht der Kieferorthopäde die Ursachen der Zahn- und Kieferfehlstellungen zu bestimmen. Etwa ob es bereits Fehlstellungen in der Familie gibt, ob Zähne nicht angelegt sind, ob das Kind Daumen gelutscht hat. Dann werden der Schädel und das Gebiss vermessen. Es werden erste Abdrücke vom Ober- und Unterkiefer genommen und zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Ebenfalls untersucht der Kieferorthopäde die Zähne und die Kieferknochen, z. B. wieweit sich Zähne schon gelockert haben. Und er stellt Fragen zur Mundhygiene.
Der Zahnarzt/Kieferorthopäde misst den Engstand oder andere mögliche Anomalien in Millimetern. Die Befunde muss er gegenüber der Krankenkasse belegen, dafür werden die Abdrücke, Röntgenbilder und gegebenenfalls Fotos angefertigt. Auf dem Behandlungsplan dokumentiert der Zahnarzt die Diagnose, die geplante Therapie sowie die geplanten Maßnahmen und die verwendeten Geräte. Die voraussichtliche Dauer der Behandlung wird notiert, ebenso die geschätzten Material- und Laborkosten und die voraussichtlichen Gesamtkosten. Der Behandlungsplan ist für gesetzlich Versicherte kostenlos. Der Zahnarzt reicht ihn bei der Krankenkasse ein. Stimmt die Kasse zu, erhält der Patient eine Benachrichtigung und die Behandlung kann beginnen.
Für den ersten Termin bei einem Kieferorthopäden sollten sie und Ihr Kind sich daher besonders viel Zeit nehmen. Ziel sollte auf jeden Fall sein, dass nach Ihrem Besuch keine Fragen mehr offen sind und sie und ihr Kind sich umfassend informiert fühlen. Nach Auswertung der Anfangsunterlagen setzen Arzt und Patient sich erneut zusammen, um verschiedene Behandlungsoptionen zu besprechen und gemeinsam den individuellen Plan zu entscheiden, denn meist führen viele Wege zum Ziel. Von daher müssen Sie sich nach dem ersten Termin nicht sofort für einen Behandlungsplan entscheiden. Im individuellen Gespräch werden Sie und Ihr Kind natürlich auch über eventuelle Schwierigkeiten oder Komplikationen informiert. Denn jeder medizinische Eingriff kann auch immer Nebenwirkungen oder Schwierigkeiten hervorrufen. Daher sollte der Arzt Ihnen diese Informationen auch schon im ersten Gespräch mitteilen.