Wenn Eltern ständig am Handy sind: Wie digitale Ablenkung Kindern schadet
Smartphones gehören für viele Eltern zum Alltag – doch zu viel Bildschirmzeit kann negative Folgen für ihre Kinder haben. Eine neue Studie warnt: Schon kleine Unterbrechungen durch das Handy können die kindliche Entwicklung beeinflussen.

Smartphones gehören für viele Eltern zum Alltag – doch zu viel Bildschirmzeit kann negative Folgen für ihre Kinder haben. Eine neue Studie warnt: Schon kleine Unterbrechungen durch das Handy können die kindliche Entwicklung beeinflussen.
Digitale Ablenkung im Familienalltag
Ob auf dem Spielplatz, am Küchentisch oder beim Zubettgehen – viele Eltern nutzen nebenbei ihr Smartphone. Während das Kind etwas erzählen möchte, wird schnell noch eine Nachricht beantwortet oder durch Social Media gescrollt. Was harmlos wirkt, kann laut aktueller Forschung ernstzunehmende Auswirkungen auf die Entwicklung kleiner Kinder haben. In der Fachwelt wird das Phänomen als "Technoferenz" bezeichnet – eine Mischung aus „Technologie“ und „Interferenz“, also Störung.
Was die Forschung zeigt
Eine umfassende **Meta-Studie** der University of Wollongong in Australien hat über 21 Forschungsarbeiten mit fast 15.000 Eltern-Kind-Paaren ausgewertet. Das Ergebnis: Kinder von Eltern mit hoher Smartphone-Nutzung zeigen häufiger kognitive und emotionale Auffälligkeiten. Dazu gehören:
- Konzentrationsprobleme
- Verzögerte Sprachentwicklung
- Schwierigkeiten beim Umgang mit Gefühlen
- Weniger soziales Verhalten
Auch die Bindung zwischen Eltern und Kind kann darunter leiden. Die Kinder fühlen sich häufiger übersehen oder emotional nicht erreicht.
„Anwesend, aber nicht verfügbar“
Paula Bleckmann, Professorin für Medienpädagogik an der Alanus Hochschule Alfter, erklärt:
„Der Aufbau einer sicheren Bindung wird massiv gestört, wenn Kleinkinder wieder und wieder Situationen der sogenannten ‚absent presence‘ erleben: Die Eltern sind körperlich anwesend, aber emotional für das Kind nicht verfügbar.“






