Bitte ernst nehmen! - Beckenbodentraining nach der Geburt

Halten, tragen, verschließen, öffnen, lockerlassen. Solange der Beckenboden seine Arbeit zuverlässig verrichtet, schenken wir ihm wenig Aufmerksamkeit.
Er stützt die inneren Organe, kontrolliert die Schließmuskeln von Blase und Darm und macht eine erfüllte Sexualität erst möglich. Schwangerschaft und Geburt aber nehmen den aus Muskelschichten, Bändern und Bindegewebe bestehenden Boden der Beckenhöhle arg mit. Er muss das Gewicht der vergrößerten Gebärmutter samt Baby, Plazenta und Fruchtwasser verkraften und eine starke Dehnung während der Geburt über sich ergehen lassen. Damit der Beckenboden wieder fit für seine wichtigen Aufgaben wird, braucht er nach der Entbindung aktive Unterstützung.
Beckenbodenfreundlich bewegen
Während sich die Gebärmutter nach der Schwangerschaft von selbst auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht, sind Beckenboden und Bauchmuskulatur auf Hilfe angewiesen. Die gute Nachricht: das erste Beckenbodentraining findet zunächst ganz ohne Anstrengung statt: schon das Atmen, Aufstehen, Hinsetzen, Hinlegen und Gehen trainiert Muskeln und Bindegewebe ein wenig. Ohnehin sollte im Wochenbett der Fokus auch beim Beckenboden auf Erholung und Entlastung liegen. Hebamme oder Physiotherapeut erklären nach der Geburt, wie sich die junge Mutter im Alltag beckenbodenfreundlich bewegen kann und zeigen erste, behutsame Übungen zur Wahrnehmung des Beckenbodens. Viele Frauen müssen dabei diesen wichtigen Muskel erst einmal wiederfinden. So können die Anstrengungen der Geburt und Verletzungen ein anfängliches Taubheitsgefühl auslösen. In der Regel braucht es ein paar Monate, bis der Beckenboden zu seiner alten Stärke zurückgekehrt ist.
