Geschenke zur Einschulung: Was Erstklässlern wirklich hilft



Drei Wochen vor dem ersten Schultag klingelt das Telefon: Oma fragt, was sie schenken darf. Die Patentante hat schon ein Fahrrad im Auge, der Nachbar bringt eine Schultüte voller Gummibärchen mit. Und im Flur steht ein Ranzen, der mehr gekostet hat als der Rest zusammen.
Die Einschulung ist in vielen Familien das erste große Geschenkereignis nach der Geburt. Das Risiko: Das Kind bekommt viel, aber wenig davon passt zu dem, was im Schulalltag tatsächlich gebraucht wird. Hier kommt, was sich lohnt, worauf es bei den Klassikern ankommt und wo ihr euch Geld sparen könnt.
Wenn Großeltern den Ranzen übernehmen wollen, ist das eine echte Entlastung. Nur sollte das Kind dabei sein, wenn ausgesucht wird, und es sollten ein paar Punkte erfüllt sein, die nichts mit dem Motiv auf der Vorderseite zu tun haben.
Maßgeblich ist die Norm DIN 58124. Laut dem Verbraucherportal Bayern müssen mindestens 20 Prozent der sichtbaren Vorder- und Seitenflächen aus fluoreszierendem und mindestens 10 Prozent aus retroreflektierendem Material bestehen. Beides zusammen, nicht wahlweise: Das Leuchtmaterial wirkt am Tag und in der Dämmerung, das Reflexmaterial im Scheinwerferlicht. Sogar die Farben sind festgelegt, zulässig sind Gelb-Grün, Gelb, Gelb-Orange, Orange, Orange-Rot und Pink. Auf jedem Tragegurt müssen zusätzlich mindestens 10 Quadratzentimeter Reflexfläche sitzen.
Der dunkelblaue Ranzen mit dezenten Streifen, der im Laden so schick aussieht, erfüllt das oft nicht. Reflektierende Überzüge gibt es als Nachrüstung, aber ein normgerechter Ranzen ist der einfachere Weg.
Auch zum Tragen macht die Norm Vorgaben: Die Schultergurte müssen mindestens 500 Millimeter lang und im Auflagebereich samt Polsterung mindestens 40 Millimeter breit sein, dazu kommt ein längen- und höhenverstellbarer Brustgurt. Eine Gewichtsgrenze sucht ihr dagegen vergeblich. Die wurde 2010 aus der Norm gestrichen, weil Hersteller nicht beeinflussen können, was Kinder einpacken. Hilfreicher als jede Prozentregel ist deshalb der abendliche Blick in den Ranzen.
Das Verbraucherportal rät, auf das GS-Zeichen zu achten oder auf den Hinweis "entspricht DIN 58124 in allen Punkten". Eine Teil-Erfüllung darf gar nicht beworben werden. Am Ranzen müssen außerdem Herstellerangaben, das Leergewicht in Gramm und das Innenvolumen in Litern stehen. Ein CE-Zeichen dagegen darf auf einem Schulranzen nicht angebracht werden, wer eines sieht, kauft besser woanders.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung nennt als aktuell maßgebliche Fassung die DIN 58124:2018-10 und empfiehlt, den Ranzen zweimal anzuprobieren: mit leichter Kleidung und mit dicker Winterjacke. Er darf in beiden Fällen nicht von den Schultern rutschen. Richtig sitzt er im oberen Bereich der Wirbelsäule, nicht auf dem Po. Schwere Dinge gehören dicht an den Rücken.
Geld ist zur Einschulung beliebt, weil es nichts doppelt gibt. Für ein sechsjähriges Kind ist ein Umschlag mit einem Schein allerdings abstrakt. Zwei Varianten funktionieren besser: Entweder das Geld wandert auf ein Sparkonto für etwas Größeres, das gemeinsam ausgesucht wird, oder ein kleiner Teil bleibt als erstes eigenes Taschengeld greifbar.
Für Taschengeld gibt es keine gesetzliche Regelung. Das Familienportal des Bundes nennt als Orientierung für 6- bis 7-Jährige 2,00 bis 3,00 Euro pro Woche. Wöchentlich ist dabei wörtlich gemeint: Kinder bis etwa zehn Jahre können einen ganzen Monat finanziell kaum überblicken. Richtgrößen nennen auch die Jugendämter.
| Alter | Empfehlung | Auszahlung |
|---|---|---|
| 6 bis 7 Jahre | 2,00 bis 3,00 Euro pro Woche | wöchentlich |
| bis etwa 10 Jahre | je nach Alter steigend | wöchentlich, weil ein Monat noch schwer zu überblicken ist |
Zur Höhe von Einschulungsgeschenken gibt es keine Statistik, auf die wir uns berufen könnten. Was wir aus Rückmeldungen hören: In vielen Klassen hat sich eingespielt, dass Paten und Großeltern größer schenken und alle anderen bei Kleinigkeiten bleiben. Wenn ihr unsicher seid, hilft ein Satz an die schenkende Verwandtschaft, dass es gern klein sein darf. Das nimmt auch Familien den Druck, bei denen der Schulstart ohnehin ins Budget schneidet, wie unser Beitrag zum Inflationsschock beim Schulstart zeigt.
Das Fahrrad ist der Klassiker unter den großen Geschenken, gerade bei Geschenken für Jungs zur Einschulung taucht es fast immer auf. Nur gilt dabei eine Regel, die viele Erwachsene nicht mehr auf dem Schirm haben: Nach § 2 der Straßenverkehrs-Ordnung müssen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen, bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie es. Ein Erstklässler fährt also nicht neben euch auf dem Radweg.
Seit einigen Jahren dürft ihr mit: Eine geeignete Aufsichtsperson von mindestens 16 Jahren darf ein Kind unter acht Jahren auf dem Gehweg mit dem eigenen Rad begleiten, erklärt das bayerische Verkehrsministerium auf radverkehr.bayern.de. Das macht gemeinsame Übungsfahrten auf dem Schulweg deutlich entspannter. Einen Helm gibt es in Deutschland nicht als Pflicht, sinnvoll ist er trotzdem, und er passt gut als ergänzendes kleines Geschenk dazu.
Für Bewegungsgeschenke spricht mehr als der Spaß. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder von 5 bis 17 Jahren täglich 60 Minuten körperliche Aktivität, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt für Grundschulkinder sogar 90 Minuten mit mittlerer bis hoher Beanspruchung, etwa Radfahren oder schnelles Gehen. Mit dem Schulanfang sitzen Kinder plötzlich mehrere Stunden am Tag. Alles, was danach wieder nach draußen lockt, ist gut investiert: Roller, Rad, Springseil, Ball, Schlittschuhe, ein Jahresbeitrag im Sportverein.
Abseits der großen Posten sind es oft die unspektakulären Dinge, die ein Jahr später noch benutzt werden:
Bei Tablets, Lerncomputern und Smartwatches raten wir zur Zurückhaltung, auch weil wir für diesen Artikel keine amtliche Empfehlung dazu belegt bekommen haben. Wer eine Kinderuhr mit Ortungsfunktion verschenken will, klärt am besten vorher mit der Schule, ob solche Geräte im Unterricht überhaupt erlaubt sind.
Eine amtliche Empfehlung, was in die Schultüte gehört, gibt es nicht, und auch keine Vorgabe zur Süßigkeitenmenge. Was sich in vielen Familien bewährt hat: eine Mischung aus etwas Süßem obenauf, praktischen Dingen in der Mitte und einem kleinen Spielzeug oder Buch unten. Radiergummis, Anspitzer, Buntstifte, ein Trinkflaschenaufkleber, Haargummis, eine Taschenlampe, Sticker für den Hausaufgabenplan.
Eine Variante für Geschwisterkinder und Gäste: eine zweite, kleine Tüte für das jüngere Kind, damit der Tag nicht in Tränen endet. Und wenn mehrere Verwandte etwas beisteuern wollen, lohnt sich eine Absprache, sonst liegen am Ende vier Federmäppchen auf dem Tisch.
Für das Drumherum des ersten Schultags haben wir eigene Beiträge: Einschulungstipps zum Schulweg und Endlich komme ich in die Schule zu dem, was Kinder vor dem Start bewegt. Und wer bei der Grundausstattung sparen möchte, hält vor dem Schulstart Ausschau nach Tauschbörsen für Schulmaterial in der Region.
Das beste Geschenk kostet übrigens nichts: in den ersten Wochen den Schulweg gemeinsam gehen, immer wieder, bis das Kind ihn allein kann. Danach ist der Ranzen nur noch Transportmittel.
Fahren ja, aber nicht auf der Straße: Nach § 2 StVO müssen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr mit dem Rad den Gehweg benutzen, bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen sie es. Ob das Kind den Schulweg allein mit dem Rad bewältigt, entscheidet ihr nach Strecke und Übung. Begleiten dürft ihr es auf dem Gehweg mit dem eigenen Rad, wenn ihr mindestens 16 Jahre alt seid.
Das Verbraucherportal Bayern empfiehlt, auf das GS-Zeichen oder den Hinweis "entspricht DIN 58124 in allen Punkten" zu achten. Eine teilweise Erfüllung darf nicht beworben werden. Ein CE-Zeichen hat auf einem Schulranzen nichts zu suchen.
Eine feste Gewichtsgrenze nennt die Norm nicht mehr, sie wurde 2010 gestrichen, weil Hersteller nicht beeinflussen können, was eingepackt wird. Sinnvoller ist, den Inhalt regelmäßig auszumisten und schwere Sachen dicht an den Rücken zu packen.
Nicht, wenn ihr es verknüpft: mit einem gemeinsam ausgesuchten Wunsch, einem Sparziel oder dem ersten eigenen Taschengeld. Das Familienportal des Bundes nennt für 6- bis 7-Jährige 2,00 bis 3,00 Euro pro Woche als Orientierung, am besten wöchentlich ausgezahlt.
Erlebnisse und Mitgliedschaften. Für Grundschulkinder empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit 90 Minuten Bewegung täglich mit mittlerer bis hoher Beanspruchung, da passen Vereinsbeiträge, Schwimmkurse oder ein Roller besser als das fünfte Spiel. Auch ein Theater- oder Zooabo wird meist länger genutzt als ein Gegenstand.
Stand der Angaben: 12. Oktober 2026
Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft und verantwortet von Dieter Hein.
Schule & Bildung
Rat & UnterstützungDazu gibt es keine belastbare Statistik, deshalb auch keinen Richtwert von uns. In vielen Familien übernehmen Großeltern und Paten die großen Posten wie Ranzen oder Fahrrad, alle anderen bleiben bei Kleinigkeiten. Eine kurze Absprache in der Verwandtschaft verhindert Doppelungen und Druck auf andere Familien.