Lunia Hara: Gute Führungskräfte zeigen, dass Verantwortung nicht Perfektion bedeutet
ArtikelWarum Mütter heute so erschöpft sind – und was wir endlich ändern müssenZwergerl-Leserin Tina Burtscheidt ist Mama und Autorin. In ihrem Gastbeitrag für das Zwergerl Magazin denkt sie über das Mama-Sein nach.. Sie wissen, dass sie nicht alles allein wissen oder leisten müssen. Dass es okay ist, Hilfe zu holen, zu delegieren und auch Fehler zuzugeben. Als Eltern – und besonders als Mütter – geraten wir oft in diesen Perfektionsdruck. Wir wollen in all unseren Rollen gerecht werden und laufen dabei Gefahr, uns selbst zu überfordern. Genau da kann man von guter Führung lernen: Verantwortung heißt nicht, alles richtig zu machen – sondern präsent zu sein, ehrlich zu kommunizieren und bereit zu bleiben, dazuzulernen. Und auch: sich selbst zu hinterfragen, bevor man die Schuld beim Gegenüber sucht. Das gilt im Team genauso wie zu Hause.
Zwergerl-Magazin: Welchen Beitrag kann eine Unternehmenskultur leisten, damit Eltern nicht zwischen Job und Kind zerrieben werden
ArtikelDer tägliche Spagat - Business-Frau und MamaDer Spagat zwischen Windeln wechseln und wichtigen Geschäftstreffen leiten ist eine Realität, die Millionen von Frauen täglich meistern. Doch gerade dieser Spagat bringt oft Eigenschaften zum Vorschein, die Frauen zu besonders effektiv machen.?
Lunia Hara: Eine gute Unternehmenskultur erkennt an, dass Eltern nicht zwei Leben führen– ein berufliches und ein privates –, sondern eins. Das bedeutet konkret: flexible Arbeitszeiten, verlässliche Meetingstrukturen, klare Prioritäten und Führungskräfte, die mitdenken. Und ja – es braucht auch ein anderes Menschenbild. Erwachsene sollten wie Erwachsene behandelt werden. Mütter zum Beispiel wissen genau, wann etwas dringend fertig werden muss. Sie organisieren innerhalb von Minuten Ersatzlösungen, rufen die Oma an, koordinieren mit anderen Eltern, damit der Job nicht liegen bleibt. Andersrum müssen sie sich rechtfertigen, wenn sie eine Stunde früher los wollen. Das ist absurd. Wer solche Verantwortung im Alltag trägt, braucht kein Misstrauen, sondern Vertrauen.
Lunia Hara lässt uns mit einer klaren Botschaft zurück: Wirtschaft und Familie sind keine Gegensätze, sondern zwei Bühnen desselben Stücks – dem Mensch‑Sein. Wer empathisch führt, entlastet Teams, fördert Kreativität und schafft Raum für echte Verantwortung. Und wer zu Hause akzeptiert, dass Verantwortung nicht Perfektion heißt, schenkt sich und den Kindern dasselbe Vertrauen.