Neues Mutterschutzgesetz ist ein Schritt hin zur "Selbstbestimmung für die Frauen“

Seit etwa einem Monat haben Frauen nach einer Fehlgeburt Anspruch auf Mutterschutz. Autorin Natascha Sagorski hat diesen Wandel mit angestoßen – aus persönlicher Erfahrung. Im Interview spricht sie über ihren Verlust, ihren Kampf für das Gesetz und warum es so wichtig ist.
Am 1. Juni 2025 ist der gestaffelte Mutterschutz in Kraft getreten. So haben Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, Anspruch auf einen freiwilligen gesetzlichen Mutterschutz. Ein echter Erfolg: Immerhin stellt der Mutterschutz damit zum ersten Mal die Frau in den Fokus, und nicht die Lebensfähigkeit des Kindes.
Natascha Sagorski ist Autorin und ein wichtiger Grund dafür, dass das Gesetz am 30. Januar verabschiedet wurde. Mehrere Jahre engagierte sie sich für eine Erweiterung des Mutterschutzes und startete im Jahr 2022 eine Petition.
Im Schnitt verliert jede dritte Frau ihr Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt, auch Sagorski hat diesen Verlust erlitten. Im Interview mit dem Zwergerl Magazin erzählt sie, wie ihre eigene Fehlgeburt sie dazu bewegt hat, das Mutterschutzgesetz grundlegend zu verändern. Und erklärt, warum die neue Regelung für so viele Frauen von großer Bedeutung ist.
Sie haben öffentlich über Ihre Fehlgeburt gesprochen. Wie haben Sie den Moment erlebt, als Ihre Ärztin Ihnen sagte, Sie sollten am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen?
N. Sagorski: Diese Aussage hatte so gar nichts mit meiner Realität zu tun. Ich hatte Schmerzen, blutete, war gerade aus einer Vollnarkose aufgewacht und hatte mein Baby verloren. Gleichzeitig gab mir diese Aussage das Gefühl, ich würde mich gerade irgendwie „anstellen“ und überreagieren. Das war schon wie ein Schlag ins Gesicht.

