Weihnachtsmarkt mit Kindern: Die familienfreundlichsten Christkindlmärkte in Oberbayern



Eine Stunde. Länger hält ein Dreijähriger auf einem großen Christkindlmarkt selten durch, und das liegt nicht am Kind. Dicke Jacke, Gedränge auf Kniehöhe, Lichter, Lautsprecher, dazwischen heiße Getränke in Bechern, die genau auf Kopfhöhe getragen werden. Wer das weiß und den Besuch danach plant, hat deutlich mehr davon als die Familie, die um 17 Uhr an einem Samstag im Advent in die Menge einsteigt.
Der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz startet dieses Jahr früher als gewohnt: Laut Landeshauptstadt München läuft er vom 20. November bis 24. Dezember 2026, also ab dem Freitag vor dem Totensonntag. Veranstalter ist das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt.
Ein Datum, das Familien gern übersehen: Am Totensonntag haben der Christkindlmarkt und alle anderen Münchner Weihnachtsmärkte geschlossen. Wer mit Kindern anreist, sollte das im Kalender markieren, sonst steht ihr vor abgedeckten Standln.
Für viele weitere Märkte in der Stadt standen die Termine 2026 bei Redaktionsschluss noch nicht fest; die Stadt kündigt nur an, dass die ersten Märkte Mitte November öffnen. Ein Blick auf die städtische Übersichtsseite kurz vor dem geplanten Ausflug lohnt also. Die Öffnungszeiten an Heiligabend sind erfahrungsgemäß verkürzt, prüft sie bitte direkt auf muenchen.de.
137 Waren- und Gastronomiestandl stehen in dieser Saison auf dem Marienplatz. Der Markt findet dort seit 1972 statt und geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wie die Stadt schreibt. Für Familien interessant sind vor allem drei Programmpunkte, die fest zum Markt gehören: die Adventsmusik vom Rathausbalkon, der Krampuslauf und die Himmelswerkstatt für Kinder.
Die Himmelswerkstatt richtet sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren und ist kostenlos. Die Kinder dürfen sich als Engel verkleiden und basteln unter Anleitung Christbaumschmuck und Weihnachtsdeko. Getroffen wird sich am Fischbrunnen, gebastelt wird in der Ratstrinkstube des Neuen Rathauses, ein Termin dauert rund eineinhalb Stunden, und um pünktliches Kommen wird gebeten.
Das Angebot gibt es seit 1994, durchgeführt wird es vom Kindermuseum München im Auftrag des städtischen Referats für Arbeit und Wirtschaft. Jährlich kommen weit über tausend Kinder. In der Regel ist eine Anmeldung nötig, die genauen Termine und Uhrzeiten für 2026 stehen auf der Seite der Stadt beziehungsweise beim Kindermuseum. Wer das einplant, hat auch gleich eine warme Pause im Programm, was mit Schulkindern den Unterschied zwischen Begeisterung und Quengeln ausmacht.
| Angebot | Für wen | Wo | Anmeldung |
|---|---|---|---|
| Himmelswerkstatt, Basteln und Engelskostüme | Kinder von 6 bis 12 Jahren, kostenlos | Ratstrinkstube im Neuen Rathaus, Treffpunkt Fischbrunnen | in der Regel nötig, Dauer rund 1,5 Stunden |
| Kripperlmarkt | Kinder, die gern Figuren und Krippen anschauen | Vor dem Alten Peter, gleiche Öffnungszeiten wie der Markt | keine |
| Singen unterm Christbaum | Familien, rund 30 Minuten, barrierefrei, Texte in Groß- und Blindenschrift | Am Alten Peter, wöchentlich | keine |
| Adventsmusik vom Rathausbalkon | alle Altersgruppen | Marienplatz, Neues Rathaus | keine |
Der Kripperlmarkt vor dem Alten Peter ist mit seinem Sortiment vermutlich der größte seiner Art in Deutschland und hat dieselben Öffnungszeiten wie der Christkindlmarkt. Es gibt vollständige Krippen, einzelne Figuren und Zubehör; sehenswert sind die orientalischen und alpenländischen Großkrippen. Für Kinder, die Figuren lieben, ist das eine der wenigen Marktecken, an denen es wirklich etwas zu entdecken gibt und nicht nur etwas zu kaufen.
Das wöchentliche "Singen unterm Christbaum" dauert rund 30 Minuten. Die Veranstaltung ist inklusiv angelegt: barrierefreier Zugang, Liedtexte unter anderem in Großschrift und Blindenschrift. Eine halbe Stunde ist auch für Kindergartenkinder gut machbar.
Neben Glühwein und Bratwurst gibt es am Marienplatz laut Stadt auch vegane, glutenfreie, laktosefreie und für Diabetiker geeignete Speisen und Getränke. Für Familien mit Allergien oder Unverträglichkeiten heißt das: Fragt direkt am Standl nach, das Angebot existiert, ist aber nicht überall ausgeschildert.
Zum Kinderpunsch zwei ehrliche Hinweise. Erstens: Punsch kommt heiß aus dem Kessel und ist für kleine Kinder zu heiß. Ein eigener Becher, umgefüllt und abgekühlt, oder ein Trinkbecher mit Deckel aus dem Rucksack löst das Problem. Zweitens: Ob in Kinderpunsch aus nicht ausreichend gespülten Gläsern Restalkohol landen kann, wird regelmäßig diskutiert. Belastbare amtliche Untersuchungsergebnisse dazu konnten wir für diese Saison nicht prüfen, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. Wer sichergehen will, bittet um einen frischen oder ausgespülten Becher oder nimmt Tee mit.
Mit Kindern unter vier Jahren ist ein Dorf- oder Stadtteilmarkt oft die bessere Wahl als der Marienplatz: weniger Gedränge, kürzere Wege, näher am Parkplatz, und die Kinder sehen mehr als Mantelrücken. In der Region gehören dazu etwa der Christkindlmarkt in Neubeuern auf dem Marktplatz mit Musik und Kasperletheater, der Oberaudorfer Christkindlmarkt im Kurpark mit Live-Musik der Musikkapelle, der Christkindlmarkt in Unterföhring vor dem Bürgerhaus oder der Markt im Trachtenheim in Valley. Diese Märkte laufen oft nur an einem oder zwei Wochenenden, die aktuellen Termine findet ihr in unserem Veranstaltungskalender.
Am vollsten wird es an den Adventssamstagen ab dem späten Nachmittag und in den letzten Tagen vor Heiligabend. Entspannter sind Wochentage am frühen Nachmittag, direkt nach Marktöffnung oder gleich zu Saisonbeginn Ende November, wenn die Lichter schon brennen, aber die Geschenkpanik noch nicht ausgebrochen ist. Auch an Regentagen ist deutlich mehr Platz.
Für die Anreise nach München sind S- und U-Bahn mit Kindern fast immer die bessere Wahl als die Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt. Mit Kinderwagen plant die Umsteigewege über Aufzüge ein; auf dem Markt selbst sind die Gassen zwischen den Standln abends eng, eine Trage oder ein Buggy, der sich schnell schieben lässt, erspart Nerven. Zu Wickelmöglichkeiten und Toiletten auf dem Markt gibt es keine verlässlichen Angaben, Kaufhäuser rund um den Marienplatz sind hier die praktischere Lösung.
Das ist die Sorge, mit der viele Eltern den Markt betreten. Es hilft, vorher zu klären, was passiert, wenn man sich verliert: ein fester Treffpunkt, den auch ein Sechsjähriger allein wiederfindet, zum Beispiel ein markanter Stand am Rand oder der Fischbrunnen. Kleinere Kinder bekommen einen Zettel mit eurer Handynummer in die Jackentasche, und ein Handyfoto vom Kind in der Kleidung des Tages macht die Beschreibung im Ernstfall leicht. Älteren Kindern sagt ihr, dass sie stehen bleiben und eine Familie mit Kindern oder einen Standbetreiber ansprechen sollen, statt weiterzulaufen.
Und noch etwas, das weniger nach Sicherheit klingt und doch viel rettet: ein Ziel pro Besuch. Ein Karussell, eine Portion Dampfnudeln, ein Blick auf die Krippen, dann nach Hause. Alles andere kommt im nächsten Jahr wieder.
Kleine Kinder unter drei Jahren sehen im Gedränge vor allem Beine und werden schnell müde; für sie sind kleine Märkte im Umland mit kurzen Wegen besser. Ab etwa vier bis fünf Jahren tragen Karussell, Krippenfiguren und Musik den Besuch. Das Bastelangebot der Stadt München, die Himmelswerkstatt, richtet sich ausdrücklich an Kinder von 6 bis 12 Jahren.
Der Markt am Marienplatz ist ein offener Stadtmarkt des städtischen Referats für Arbeit und Wirtschaft, bezahlt wird an den 137 Standln. Das Kinderprogramm in der Himmelswerkstatt ist laut Stadt kostenlos. Für Karussells und Fahrgeschäfte liegen uns keine geprüften Preise vor.
Am Totensonntag bleiben der Christkindlmarkt und alle anderen Weihnachtsmärkte der Stadt zu, das schreibt die Landeshauptstadt München auf ihrer Übersichtsseite. 2026 beginnt der Markt am Marienplatz schon am Freitag davor, am 20. November, und läuft bis 24. Dezember.
Ja. Neben Glühwein und Bratwurst nennt die Stadt München ausdrücklich vegane, glutenfreie, laktosefreie und für Diabetiker geeignete Speisen und Getränke. Welche Standl das anbieten, steht nicht zentral, fragt am besten direkt nach.
Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft und verantwortet von Nadine Hell.
Tradition & Feste
Tradition & FesteAm ruhigsten sind Wochentage am frühen Nachmittag und die ersten Tage nach Marktbeginn Ende November. Die Adventssamstage ab dem späten Nachmittag und die Woche vor Heiligabend sind mit kleinen Kindern anstrengend. Ein einziges Ziel pro Besuch einzuplanen, hält den Ausflug kurz genug.
Für den Marienplatz in der Regel ja, weil die Parkhäuser im Advent früh voll sind und die Fußwege von freien Parkplätzen mit Kindern lang werden. Mit Kinderwagen plant ihr die Umsteigewege über Aufzüge ein. Kleinere Märkte im Landkreis sind dagegen oft gut mit dem Auto erreichbar.