Sankt-Martin-Lieder: Die bekanntesten Laternenlieder für den Umzug



Eine Woche vor dem Umzug kommt das Kind aus der Kita und singt eine Zeile, die niemand zu Hause kennt. Danach bricht das Lied ab. Wer dann am Abend des Umzugs mitsingen will, braucht keine Gesangsausbildung, sondern vor allem die richtigen Anfangszeilen und ein bisschen Übung auf dem Weg zum Bäcker.
Eine amtliche Rangliste, welche Lieder in Oberbayern am häufigsten erklingen, gibt es nicht. Was hier steht, ist eine redaktionelle Auswahl der Titel, die in Kitas, Pfarreien und bei Nachbarschaftszügen regelmäßig zu hören sind. Welche Lieder bei eurem Zug drankommen, weiß die Kita oder die Pfarrei am sichersten, meist gibt es dort auch einen Liedzettel.
„Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ ist das eigentliche Martinslied. Es erzählt in mehreren Strophen die Mantelgeschichte nach, vom Ritt durch den Schnee über den Bettler am Wegrand bis zum geteilten Mantel. Für Krippenkinder ist es zu lang, Kindergartenkinder schaffen oft die erste Strophe, Schulkinder alle. Die Melodie ist getragen, deshalb funktioniert sie gut, wenn der Zug losgeht und alle noch geordnet gehen.
„Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ ist das kürzeste und das robusteste Lied. Es lässt sich endlos wiederholen, auch von Zweijährigen, und rettet jede Strecke, auf der sonst Stille wäre.
„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“ lebt vom Refrain „Rabimmel, rabammel, rabumm“. Genau der bleibt bei kleinen Kindern zuerst hängen. Es gibt verschiedene Strophenfassungen, in manchen Kitas endet jede Strophe mit „Laterne, komm wir gehen nach Haus“, in anderen anders. Nicht wundern, wenn eure Version von der des Nachbarkinds abweicht.
„Durch die Straßen auf und nieder leuchten die Laternen wieder“ passt gut zum Gehen, weil der Text den Umzug selbst beschreibt. Kinder verstehen ihn sofort, weil sie genau das gerade tun.
„Abends, wenn es dunkel wird“ ist das ruhigere Stück für den Schluss, wenn die Kerzen schon unruhig flackern und die Jüngsten auf dem Arm sitzen.
| Lied | So fängt es an | Gut geeignet für |
|---|---|---|
| Sankt Martin | Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind | Kindergarten und Schulkinder, erzählt die Mantelgeschichte |
| Laterne, Laterne | Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne | schon ab zwei Jahren, beliebig wiederholbar |
| Ich geh mit meiner Laterne | Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir | Kinder, die den Refrain Rabimmel, rabammel, rabumm lieben |
| Durch die Straßen auf und nieder | Durch die Straßen auf und nieder leuchten die Laternen wieder |
Die Lieder wirken uralt, und bei den meisten geht man von Volksliedgut aus. Belegen lässt sich das aber nicht: Zu Textdichtern, Komponisten und Entstehungsjahren der gängigen Laternenlieder haben wir in amtlichen oder wissenschaftlichen Quellen keine gesicherten Angaben gefunden. Ob ein Lied gemeinfrei ist, hängt genau daran.
Für euch zu Hause spielt das keine Rolle: Singen und Mitschreiben für den eigenen Gebrauch ist unproblematisch. Wer aber als Kita, Verein oder Pfarrei hundert Liedzettel druckt oder Texte auf die Website stellt, klärt die Rechte besser vorher, zum Beispiel über das verwendete Liederbuch oder den Verlag. Die einfachste Lösung bleibt das offizielle Kita-Liederheft, das viele Einrichtungen ohnehin ausgeben.
Kinder lernen Laternenlieder nicht am Tisch, sondern im Gehen. Der Rhythmus der Schritte trägt die Melodie, deshalb klappt das Üben auf dem Weg zur Kita besser als im Wohnzimmer.
Bei den Jüngsten hilft es, mit dem Refrain anzufangen und die Strophen erst dazuzunehmen. Wer selbst unsicher ist, singt die erste Zeile vor und lässt das Kind die zweite antworten. Und falls die Melodie fehlt: Noten und Hörbeispiele gibt es in gängigen Kinderliederbüchern und Mediatheken, prüft die Fundstellen am besten kurz selbst, wir haben dazu keine verlässliche offizielle Sammlung gefunden.
Wenn das Kind fragt, warum Martin im Lied seinen Mantel zerschneidet, reicht eine kurze Fassung. Martin von Tours war laut dem Genusserbe Bayern des bayerischen Landwirtschaftsministeriums zunächst römischer Soldat und später Bischof von Tours. Der Legende nach teilte er bei Amiens seinen Mantel mit dem Schwert und gab die Hälfte einem frierenden Bettler. In der folgenden Nacht sei ihm Christus im Traum erschienen, bekleidet mit genau dieser Mantelhälfte. Daraufhin ließ Martin sich taufen und verließ das Militär.
Auch die Gans im November hat ihre Legende: Der bescheidene Martin soll sich vor seiner Wahl zum Bischof in einem Gänsestall versteckt haben, die Tiere schnatterten so laut, dass er gefunden wurde. Gefeiert wird der Martinstag jedes Jahr am 11. November, auch Martini, Martinsfest oder Sankt-Martins-Tag genannt.
Die beiden verbreitetsten Bräuche sind der Laternenumzug, bei dem Kinder mit selbst gebastelten Laternen singend durch die Straßen ziehen, und die Martinsgans auf dem Teller. Dazu kommt das Martinssingen: Kinder gehen rund um den 11. November mit ihren Laternen von Haus zu Haus, singen Martins- und Laternenlieder und bekommen dafür, wie UNICEF Deutschland beschreibt, üblicherweise Süßigkeiten.
Wer das Singen mit einer Spendenaktion verbinden möchte: Kitas und Grundschulen können ihren Umzug an die UNICEF-Aktion „Dein Licht für Flüchtlingskinder“ koppeln. Sammeldosen und Unterstützung gibt es über die örtliche UNICEF-Gruppe, Poster und Handzettel stehen zum Download bereit, und die Haushalte werden vorab per Flyer informiert, dass die Kinder kommen. Ob die Aktion in dieser Saison unverändert läuft, fragt ihr am besten direkt bei UNICEF nach.
In vielen Orten südlich von München zieht der Zug nicht einfach durch die Straßen, sondern hat eine eigene Form. Beim Martinszug mit Andacht in Benediktbeuern gehen die Kinder mit ihren Laternen um den Klosterhof, voran reitet ein Mann im prächtigen Mantel mit Schwert, der den heiligen Martin darstellt. In Königsdorf kommen beim Martins-Sternzug mehrere Gruppen zusammen, und beim Martinszug am Brunnenplatz in Flintsbach gehören Musik und die Martinsgeschichte dazu. Die Termine stehen jedes Jahr neu, schaut kurz vorher in den Veranstaltungskalender.
Für Familien mit sehr kleinen Kindern, denen ein großer Zug zu viel ist, funktioniert auch die kleine Variante: Laternen ins Fenster stellen und die Runde um den Block singen, dann leuchtet die Nachbarschaft auch ohne großen Zug. Und wer November-Brauchtum in Oberbayern mag, findet kurz vorher die Leonhardifahrten mit Pferden und geschmückten Wagen.
Für München hat das Kreisverwaltungsreferat die Regeln zusammengestellt. Bei sehr kleinen Gruppen oder Wegen durch verkehrlich unbedeutende Straßen, bei denen keine polizeiliche Betreuung nötig ist, muss ein Martinszug nicht angemeldet werden. Wichtig: Der Zug hat keinerlei Sonderrechte im Straßenverkehr, die Straßenverkehrsordnung gilt, und durch die Fußgängerzone sind Züge nicht zulässig.
Wer Polizeibegleitung möchte, informiert die örtlich zuständige Polizeiinspektion mindestens 14 Tage vorher über Ort, Zugweg, Zeit und erwartete Teilnehmerzahl. Weil in München sehr viele Martinszüge stattfinden und die Nachfrage groß ist, rät die Stadt, früh Kontakt aufzunehmen. Braucht ihr eine Beschilderung, etwa ein Halteverbot, muss der Zug spätestens vier Wochen vorher beim Veranstaltungsbüro des Kreisverwaltungsreferats (HA I/332) angezeigt werden.
Außerhalb der Landeshauptstadt gelten diese Fristen nicht automatisch. In den Landkreisen regeln das die Gemeinden und die zuständigen Polizeiinspektionen unterschiedlich, ein Anruf im Rathaus spart im Zweifel vier Wochen Wartezeit.
Für den privaten Gebrauch zu Hause ist das unkritisch. Wer größere Mengen Liedzettel druckt oder Texte veröffentlicht, klärt die Rechte besser vorher ab, etwa über das genutzte Liederbuch. Ob die gängigen Martinslieder gemeinfrei sind, ließ sich für uns nicht verlässlich klären.
Zweijährige schaffen meist nur kurze Wiederholungslieder wie „Laterne, Laterne“ und Lautmalereien wie „Rabimmel, rabammel, rabumm“. Mehrstrophige Lieder wie „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ sitzen in der Regel erst im Kindergartenalter, oft nach wochenlangem Üben in der Gruppe.
Eine offizielle Empfehlung von Feuerwehr, Ministerium oder Verbraucherzentrale haben wir dazu nicht gefunden, deshalb nennen wir hier keine. Viele Kitas geben eigene Vorgaben aus, zum Beispiel LED für die Krippengruppen. Fragt vor dem Umzug nach, was bei eurem Zug gilt.
Dieselben Martins- und Laternenlieder wie beim Umzug. Laut UNICEF ziehen Kinder rund um den Martinstag mit Laternen von Haus zu Haus und bekommen für Gesang und Laterne üblicherweise Süßigkeiten. Wer von Tür zu Tür geht, informiert die Nachbarschaft am besten vorab, UNICEF empfiehlt dafür Flyer.
In München ist keine Anmeldung nötig, wenn keine polizeiliche Betreuung gebraucht wird, etwa bei sehr kleinen Gruppen oder auf verkehrlich unbedeutenden Straßen. Sonderrechte im Straßenverkehr hat der Zug aber nicht. In anderen oberbayerischen Gemeinden können abweichende Regeln gelten, fragt im Rathaus nach.
Stand der Angaben: 15. Oktober 2026
Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft und verantwortet von Dieter Hein.
Tradition & Feste
Tradition & Feste
Schule & Bildung| unterwegs, passt zum Gehtempo |
| Abends, wenn es dunkel wird | Abends, wenn es dunkel wird | ruhiger Abschluss am Ende des Zugs |
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Der 11. November ist der feste Festtag des heiligen Martin, auch Martini oder Martinsfest genannt. Gefeiert wird Martin von Tours, der römischer Soldat und später Bischof war und der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte.