Wann ist St. Martin? Termin, Bedeutung und Bräuche



Wenn im Kindergarten die ersten Transparentpapier-Schnipsel auf dem Tisch liegen, kommt zu Hause meistens dieselbe Frage auf: An welchem Tag ziehen wir eigentlich los? Die Antwort ist angenehm einfach. St. Martin fällt jedes Jahr auf den 11. November, das Datum verschiebt sich nicht, anders als Ostern oder der Faschingsdienstag. Das Genusserbe Bayern des Landwirtschaftsministeriums hält fest, dass alljährlich am 11. November das Fest des heiligen Martin gefeiert wird.
Dass euch der Tag unter verschiedenen Namen begegnet, liegt an der langen Geschichte des Festes: Martini, St. Martin, Martinsfest oder Sankt-Martins-Tag meinen laut derselben Quelle alle dasselbe Datum.
| Jahr | Datum | Wochentag |
|---|---|---|
| 2026 | 11. November | Mittwoch |
| 2027 | 11. November | Donnerstag |
| 2028 | 11. November | Samstag |
| 2029 | 11. November | Sonntag |
Nein. In der amtlichen Übersicht des Bayerischen Innenministeriums steht für den November nur ein gesetzlicher Feiertag: Allerheiligen am 1. November. Der Martinstag taucht dort nicht auf.
Grundlage ist das bayerische Feiertagsgesetz, das den Schutz der Sonn- und Feiertage regelt. Arbeitsfrei geschützt sind ausschließlich die dort genannten Tage. Für Familien heißt das: Kita, Schule und Büro laufen am 11. November ganz normal, Geschäfte haben geöffnet, und wer frei haben möchte, nimmt Urlaub.
Praktisch spielt das für den Umzug kaum eine Rolle, denn die meisten Laternenzüge starten ohnehin nach Einbruch der Dunkelheit, also am frühen Abend. Fällt der 11. November auf einen ungünstigen Wochentag, legen Pfarreien und Kitas ihren Zug oft auf einen der Tage rundherum. Eine verbindliche Regel gibt es dafür nicht, deshalb lohnt der Blick in den Aushang der Einrichtung statt in den Kalender.
Martin war zunächst römischer Soldat und später Bischof der Stadt Tours in Frankreich, so beschreibt es das Genusserbe Bayern. Die bekannteste Legende spielt an einem Wintertag in Amiens: Martin begegnet einem frierenden Bettler, teilt seinen Mantel mit dem Schwert und gibt ihm eine Hälfte. In der folgenden Nacht erscheint ihm Christus im Traum. Martin lässt sich taufen und verlässt das Militär.
Genau diese Szene spielen Kinder bei vielen Umzügen nach, manchmal mit Pferd, manchmal nur mit rotem Umhang und Schere im Hintergrund. Für Kita-Kinder ist die Geschichte deshalb so gut erzählbar, weil sie ohne Erklärung auskommt: Einer hat zwei Hälften, der andere hat nichts, also wird geteilt.
Über Martins Lebensdaten und die Frage, warum ausgerechnet der 11. November sein Tag wurde, kursieren viele Angaben. Belastbar aus amtlicher oder kirchlicher Quelle ließ sich das in unserer Recherche nicht klären, verbreitet ist die Überlieferung, es handle sich um den Tag seiner Beisetzung. Wir nennen es hier bewusst als Überlieferung und nicht als Fakt.
Die Laternenzüge sind der Brauch, der sich am hartnäckigsten gehalten hat. Kinder basteln bunte Laternen und ziehen damit singend durch die Straßen, beschreibt das Genusserbe Bayern. In Oberbayern hängt sich daran meist ein kleines Ritual: ein Martinsspiel vor der Kirche, ein Feuer, Kinderpunsch, und am Ende werden Martinsgänse aus Hefeteig geteilt.
Der zweite große Brauch landet auf dem Teller. Die Legende erzählt, Martin habe sich aus Bescheidenheit vor seiner Wahl zum Bischof in einem Gänsestall versteckt. Die Gänse schnatterten so laut, dass er verraten wurde. Seitdem gehört die Martinsgans zum Fest.
Wenn ihr im Herbst ohnehin mit Kindern durch die Bräuche der Region geht, passt der Martinstag gut zwischen Erntedank und die Leonhardifahrten, bevor es Richtung Advent geht.
Elterninitiativen, Kitas und Pfarreien organisieren viele Züge in Eigenregie. Für München hat die Stadt die Regeln zusammengestellt, und sie sind übersichtlicher, als viele befürchten.
Handelt es sich um eine sehr kleine Gruppe oder führt der Weg nur durch verkehrlich unbedeutende Straßen, ist laut Landeshauptstadt München keine Anmeldung der Veranstaltung erforderlich. Für die Runde um den eigenen Block mit zwei Kita-Gruppen braucht ihr also in der Regel kein Verfahren.
Wichtig ist der zweite Punkt: Ein Martinszug hat keinerlei Sonderrechte im Straßenverkehr. Die Straßenverkehrsordnung gilt wie sonst auch, und durch die Fußgängerzone sind Züge nicht zulässig. Wer mit vielen kleinen Kindern unterwegs ist, plant die Strecke also besser über Nebenstraßen und mit genügend erwachsenen Begleitpersonen an den Übergängen.
Wünscht ihr euch polizeiliche Begleitung, informiert ihr die örtlich zuständige Polizeiinspektion mindestens 14 Tage vorher über Ort, Zeit und erwartete Teilnehmerzahl. Eine zusätzliche Anmeldung beim Veranstaltungsbüro entfällt dann. Weil in München sehr viele Martinszüge stattfinden, ist die Nachfrage nach Betreuung groß, die Stadt rät ausdrücklich zu frühzeitigem Kontakt.
Braucht ihr eine Beschilderung, etwa ein Halteverbot entlang der Strecke, muss der Zug spätestens vier Wochen vorher beim Veranstaltungsbüro des Kreisverwaltungsreferats (HA I/332) angezeigt werden, mit dem Formblatt für konfessionelle beziehungsweise kleine brauchtümliche Veranstaltungen.
Außerhalb Münchens gelten die Vorgaben der jeweiligen Gemeinde oder des Landratsamts. Geprüft haben wir nur die Regeln der Landeshauptstadt, ein Anruf im Rathaus oder bei der Polizeiinspektion vor Ort klärt den Rest.
Wer am 11. November Gans isst, kauft meist Importware, ohne es zu merken. 85 bis 90 Prozent der Tiere in deutschen Supermarkttheken stammen laut Verbraucherzentrale aus Ungarn und Polen.
Der Blick aufs Herkunftsland lohnt, weil die Standards auseinandergehen: Zwangsmast für Stopfleber und Lebendrupf sind in Deutschland verboten. Die Zwangsmast ist in Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien aber weiterhin erlaubt, und in Osteuropa, etwa in Ungarn und Polen, ist das Rupfen lebender Tiere laut Verbraucherzentrale nach wie vor weit verbreitet.
Tiere aus artgerechter Haltung erkennt ihr am Bio-Siegel oder an den EU-weit geschützten Bezeichnungen. Bei Freilandhaltung sind mindestens vier Quadratmeter Auslauf pro Tier garantiert, bei bäuerlicher Freilandhaltung zehn Quadratmeter pro Gans, bei bäuerlicher Freilandhaltung mit unbegrenztem Auslauf entsprechend mehr. Beim Kauf direkt beim heimischen Erzeuger oder auf dem Erzeugermarkt ist die Haltung meist besser, trotzdem empfiehlt die Verbraucherzentrale, nach Herkunft und Haltung zu fragen, weil auch zugekaufte Tiere angeboten werden.
Eine zentrale Liste aller Martinsumzüge in Oberbayern gibt es nicht. Die Termine stehen in den Pfarrbriefen, an den Kita-Türen und auf den Gemeindeseiten, und sie werden oft erst Ende Oktober veröffentlicht. Wie so ein Abend aussieht, zeigt zum Beispiel der Martinszug am Brunnenplatz in Flintsbach am Inn mit Laternen, Musik und der Geschichte des heiligen Martin.
Falls ihr mit einem Kleinkind zum ersten Mal mitgeht: Die meisten Züge dauern 20 bis 40 Minuten, es ist dunkel, es wird gedrängelt, und die Kleinsten sind oft nach der Hälfte fertig. Ein Platz am Ende des Zuges macht das Mitlaufen deutlich entspannter als der Kampf um die vorderste Reihe hinter dem Pferd.
Für denselben Tag sind mehrere Bezeichnungen gebräuchlich. Das Genusserbe Bayern nennt neben St. Martin auch Martini, Martinsfest und Sankt-Martins-Tag. Gemeint ist immer der 11. November.
Nein. Das Fest selbst liegt fest auf dem 11. November, die Umzüge legen Pfarreien, Kitas und Vereine aber oft auf einen der Tage rundherum, etwa auf einen Freitagabend. Verbindliche Vorgaben dazu gibt es nicht, die genauen Termine erfahrt ihr direkt bei der Einrichtung oder der Gemeinde.
In München ist bei einer sehr kleinen Gruppe oder bei einem Weg nur durch verkehrlich unbedeutende Straßen keine Anmeldung erforderlich, so die Landeshauptstadt München. Außerhalb Münchens entscheidet die jeweilige Gemeinde, ein kurzer Anruf im Rathaus schafft Klarheit.
Nein. Laut Landeshauptstadt München sind Züge durch die Fußgängerzone nicht zulässig, außerdem stehen einem Martinszug generell keinerlei Sonderrechte im Straßenverkehr zu. Die Straßenverkehrsordnung gilt also wie an jedem anderen Abend.
Am Bio-Siegel oder an den EU-weit geschützten Bezeichnungen Freilandhaltung, Bäuerliche Freilandhaltung und Bäuerliche Freilandhaltung unbegrenzter Auslauf. Die nennt dafür mindestens vier Quadratmeter Auslauf pro Tier, bei bäuerlicher Freilandhaltung zehn Quadratmeter.
Recherchiert und geschrieben mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft und verantwortet von Katalin Hein.
Tradition & Feste
Tradition & FesteNein, der Betrieb läuft normal. In der Liste des Bayerischen Innenministeriums ist im November nur Allerheiligen am 1. November als gesetzlicher Feiertag aufgeführt.