Innerhalb der EU werden die Rechte der Kinder zu einem Feld mit akutem Handlungsbedarf kontrovers diskutiert. Die geplante Gesetzesinitiative der EU zum Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch im Internet sieht sich Kritik ausgesetzt, dass die vorgesehenen Maßnahmen zur Verbreitung von pädokriminellem Content, kurz CSAM, weitgehende Verletzungen der Privatsphäre in Kauf nehmen. Tritt ein wie auch immer formulierter Gesetzesentwurf bis August 2024 nicht in Kraft, läuft die von der EU beschlossene Interimsregelung auf. Genau darauf nimmt ein Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments Bezug. Die Unterzeichner fordern die Parlamentarier auf, die EU-Gesetzesinitiative zur Verhinderung und Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet zu unterstützen.
Den Brief unterzeichnet haben 169 Personen aus über 30 Staaten. Akademiker, Rechtsanwälte und IT-Spezialisten sind ebenso vertreten wie Vertreter von NGOs. Die Unterzeichner betonen, dass ein großer Teil des Gesetzesvorschlags darauf abziele, die freiwilligen Initiativen, die von zahlreichen Internetunternehmen seit 2009 eingeführt wurden, um pädokriminellen Content zu entdecken, in Zukunft dauerhaft und rechenschaftspflichtig zu etablieren.