Kindergeld anlegen: Was aus den monatlichen Euro für dein Kind werden kann


Acht Euro. So viel soll das Kindergeld von Januar 2027 an monatlich steigen, vorausgesetzt, der Bundestag bestätigt den Plan der Bundesregierung noch endgültig. Acht Euro, das ist der Gegenwert für ein Eis mit drei Kugeln, einmal im Monat, für ein Kind. Und doch macht gerade die Vorstellung die Runde, aus genau dieser Erhöhung ließe sich über die Jahre ein kleines Vermögen zimmern, mit dem der Nachwuchs später den Führerschein bezahlt, das Studium, vielleicht sogar den Einstieg in die erste eigene Wohnung. Die Rechnung geht tatsächlich auf. Nur nicht wegen der acht Euro.
Wer ausschließlich die Erhöhung anlegt, kommt nach achtzehn Jahren, bei einer angenommenen Rendite von sieben Prozent, auf etwas mehr als dreitausend Euro. Ein netter Betrag, kein Studienfonds. Der eigentliche Hebel liegt woanders: im gesamten Kindergeld, das die meisten Familien ohnehin längst überwiesen bekommen, Monat für Monat, von der Geburt an. Wer dieses Geld konsequent in einen ETF-Sparplan steckt, kann je nach Marktentwicklung auf neunzig- bis einhundertzwölftausend Euro kommen, wenn das Kind volljährig wird. Wer es im Sparschwein oder auf dem klassischen Sparbuch liegen lässt, erhält am Ende kaum mehr, als er eingezahlt hat. Die Erhöhung 2027 verändert an dieser Rechnung fast nichts. Entscheidend ist eine andere Frage: ob überhaupt regelmäßig etwas zur Seite gelegt wird, und wohin.
Die meisten Familien geben das Kindergeld schlicht für den laufenden Bedarf aus, und das lässt sich sogar belegen. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die Daten aus mehreren Jahrzehnten auswertete, zeigt: Das Geld fließt überdurchschnittlich oft in größere Wohnungen, in mehr und bessere Kinderbetreuung, in Sport- und Musikunterricht. Von Alkohol oder Unterhaltungselektronik, dem alten Verdacht gegenüber Kindergeldempfängern, fanden die Forschenden keine Spur. Wie viele Eltern stattdessen etwas zurücklegen, wurde darin nicht untersucht. Aktuellere Umfragen schließen diese Lücke, und sie zeichnen ein eindeutiges Bild: Knapp ein Drittel der Eltern spart überhaupt etwas für die Kinder an, der Rest verzichtet darauf, meist aus Geldmangel. Von denen, die sparen, landet das Geld am häufigsten im Sparschwein oder auf dem Bargeldkonto zu Hause, danach auf Tagesgeld- und Girokonten. Nur gut ein Viertel setzt überhaupt auf Fonds oder ETFs. Eine zweite Umfrage kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Fast sechzig Prozent der sparenden Eltern nutzen für das Geld ihrer Kinder Niedrigzinsprodukte. Darin liegt die eigentliche Geschichte, nicht in acht Euro mehr Kindergeld, sondern in der Frage, ob das Geld, das sowieso schon beiseitegelegt wird, auch tatsächlich arbeitet.
