Ist der komplette Verzicht auf tierische Produkte denn wirklich gesund? Wir haben uns hinter die Kulissen gewagt und genauer nachgefragt.
ZR
Zwergerl Redaktion
4. April 2025·3 Min.
Du bist schwanger – oder planst es – und willst nur das Beste für dich und dein Baby? Dann tauchst du vermutlich gerade tief in Themen rund um Ernährung, Gesundheit und Lebensstil ein. Vielleicht hast du auch schon von der veganen ErnährungArtikelBesser nicht?Vegane Ernährung für Kleinkinder gehört – oder spielst sogar mit dem Gedanken, Fleisch & Co. künftig wegzulassen? Doch ist das wirklich gesund? Und was bedeutet das überhaupt genau? Zeit, die wichtigsten Fragen zu klären.
Warum weniger Fleisch mehr Zukunft bedeutet
Schon kleine Mengen rotes Fleisch – etwa 100 Gramm täglich – können laut Studien das Risiko für Schlaganfälle, Herzkrankheiten und bestimmte Krebsarten wie Darm-, Brust- oder Prostatakrebs deutlich erhöhen. Besonders problematisch: verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Salami oder Schinken. Bereits 50 Gramm pro Tag erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen, darunter Bauchspeicheldrüsenkrebs, Diabetes Typ 2 und tödliche Herzleiden.
Erschreckend, oder?
Und dann gibt’s da noch einen anderen Grund, der viele wachrüttelt: das Leid der Tiere in der Massentierhaltung. Wer einmal gesehen hat, wie brutal mit Ferkeln, Hühnern oder Kälbern umgegangen wird, kann solche Bilder kaum wieder vergessen. Viele blenden sie aus – aber Verdrängung verändert nichts.
Vegan zu leben bedeutet, komplett auf Produkte zu verzichten, die vom Tier stammen. Also nicht nur Fleisch oder Fisch, sondern auch Milch, Eier, Honig – und viele versteckte Zutaten in Fertigprodukten.
Wusstest du zum Beispiel, dass Gummibärchen meist Gelatine enthalten? Diese wird aus Haut, Sehnen und Knochen von Tieren gewonnen. Vegan bedeutet also: genau hinschauen.
Ist vegane Ernährung wirklich gesund?
Die kurze Antwort: Ja – wenn du weißt, worauf es ankommt.
Vegan essen heißt nicht automatisch gesund essen. Nur Gemüse und Obst reichen nicht aus, um dich und dein Baby optimal zu versorgen. Eine durchdachte Ernährung ist der Schlüssel – ganz besonders in der Schwangerschaft.
Wichtige Nährstoffe, auf die du achten solltest:
Vitamin B12EventGesund ernährt durch die SchwangerschaftKostenfrei - Anmeldung erforderlich.: Wird in der veganen Ernährung nicht ausreichend über die Nahrung aufgenommen und sollte unbedingt ergänzt werden.
Vitamin D: Besonders im Winter sinnvoll – für Knochen, Immunsystem und das Baby.
Omega-3-Fettsäuren (z. B. DHA): Essenziell für die Entwicklung von Gehirn und Augen deines Kindes.
Aber keine Sorge: Diese Nährstoffe lassen sich leicht über angereicherte Lebensmittel oder hochwertige Supplemente abdecken.
Übrigens: Auch Mischköstler – also Menschen, die alles essen – haben häufig Mängel bei diesen Vitaminen. Ein Bluttest beim Arzt bringt schnell Klarheit.
Warum du vielleicht lieber auf Fleisch verzichtest
Unsere heutige Ernährung ist geprägt von „zu viel“. Viel Fleisch. Viel Käse. Viel Milch. Doch unser Körper – und unsere Erde – sind dafür eigentlich nicht gemacht.
Kühe werden permanent trächtig gehalten, um Milch zu produzieren.
Tiere in der Mast werden in Rekordzeit hochgezüchtet mit Medikamenten und Kraftfutter.
Wälder werden gerodet, um Soja für Tierfutter anzubauen.
Und der Methanausstoß der Rinder ist klimaschädlicher als der von Autos.
Kurz: Fleisch ist längst kein „natürliches“ Lebensmittel mehr. Und auch nicht nachhaltig. Zudem hat Gemüse oft weniger Kalorien, liefert aber wertvolle Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die dich in der Schwangerschaft wunderbar begleiten.
Vegan leben – auch mit Babybauch?
Wenn du dich ausgewogen ernährst, ist eine vegane ErnährungEventKinderernährung: geht das auch vegetarisch oder vegan?Kostenfrei - Anmeldung erforderlich. auch während der Schwangerschaft möglich – und kann sogar gesundheitliche Vorteile bringen.
Du möchtest es ausprobieren, weißt aber nicht wie? Dann fang klein an:
Und wenn du unsicher bist: Lass dich von einer zertifizierten ErnährungsberatungArtikelKrebs vorbeugen mit nachhaltiger ErnährungWie nachhaltige Ernährung das Krebsrisiko senken kann – und warum das auch für Familien und Kinder wichtig ist. Mit Tipps für den Alltag und Infos zu vererbbaren Risiken. begleiten – idealerweise mit Erfahrung in veganer Schwangerschaftsernährung.
Fazit: Vegan zu leben ist kein Verzicht, sondern eine bewusste Entscheidung – für dich, dein Kind, die Tiere und den Planeten. Du bestimmst das Tempo. Und jede noch so kleine Veränderung ist ein Schritt in eine gesündere, mitfühlendere Zukunft.
Gesundheit & Wohlbefinden
Vegetarischer Brei für Babys: Geht das?
Viele Eltern wollen ihr Baby fleischfrei ernähren. Doch wie gelingt das, ohne wichtige Nährstoffe zu vernachlässigen? Das Bundeszentrum für Ernährung gibt klare Empfehlungen – von eisenreichen Alternativen bis hin zur Rolle von Fisch.