Ist unser Kind hochsensibel?

Bäm! Da ist die Kinderzimmertür wieder zu. Dahinter Jonas. Davor seine bedröppelten Spielkameraden. Die Eltern sind verunsichert. Immer wieder reagiert ihr Sohn in bestimmten Situationen mit Rückzug, Abschalten oder gar aggressivem Verhalten. „Stimmt etwas nicht mit unserem Kind?“, fragen sie sich, wenn Jonas beim Einkaufen ausrastet oder am liebsten alleine an seinem Lego-Auto baut. Die Antwort könnte Hochsensibilität sein. Rund 20 Prozent der Bevölkerung gelten als hochsensibel, nehmen ihre Umwelt intensiver wahr und reagieren besonders stark auf Sinneseindrücke.
Hochsensibilität: mehr als „nur“ überempfindlich
In unserer reizüberfluteten Welt haben es hochsensitive Kinder doppelt schwer. Ihr Nervensystem reagiert überaus empfindlich auf Lärm, helles Licht oder Menschenmengen und nimmt auch kleinste Reize und Informationen auf. Forschungen weisen darauf hin, dass Hochsensible über deutlich mehr Neurotransmitter im Gehirn verfügen könnten. Diese chemischen Botenstoffe übertragen Informationen von einer Nervenzelle zu einer anderen. Dabei sorgt bei den meisten Menschen ein Filter im Nervensystem dafür, wichtige von unwichtigen Reizen zu trennen. Bei den kleinen Vielfühlern kommen dagegen Einflüsse praktisch ungefiltert an. Sie sehen, hören, riechen, fühlen mehr, stärker und differenzierter als ihre weniger sensitiven Altersgenossen.
