Pubertät: Gefühlschaos für alle
Mit einer gewissen Spannung warten Eltern auf die Zeit, wenn die Kids plötzlich ihr eigenes Ding machen wollen und Mama und Papa peinlich finden. Los geht es recht individuell bei Mädchen zwischen acht und 14 Jahren, bei Jungen meist etwas später.

„Ist das jetzt schon die Pubertät?“, fragen sich Eltern, wenn das Kind wieder einmal nur schnippische Antworten (Mädchen) oder gar keine (Junge) gibt. Mit einer gewissen Spannung warten Eltern auf die Zeit, wenn die Kids plötzlich ihr eigenes Ding machen wollen und Mama und Papa peinlich finden. Los geht es recht individuell bei Mädchen zwischen acht und 14 Jahren, bei Jungen meist etwas später, zwischen zehn und 14 Jahren.
Große Veränderungen für Jugendliche in der Pubertät
Den Anstoß für die aufregende Entwicklungsphase gibt das Gehirn. Wenn es so weit ist, werden vermehrt Sexualhormone im Körper gebildet. Bei Mädchen Östrogen und Gestagen in den Eierstöcken; bei Jungen Testosteron in den Hoden. Die Hormone sind für zahlreiche körperliche und psychische Veränderungen verantwortlich. Rein körperlich erkennt man den Beginn der Pubertät bei Jungen daran, dass Hoden und Penis größer werden, bei Mädchen wachsen Brüste und Gebärmutter. Außerdem kommt es bei beiden Geschlechtern zu einem Wachstumsschub. Manche Eltern sind beunruhigt, weil sie schon früh Schamhaare entdecken. Schambehaarung allein, erklären Kinderärzte, ist aber noch kein Zeichen für die beginnende Pubertät. Denn ihr Wachstum wird von der Nebenniere initiiert, nicht von den Geschlechtsdrüsen oder den Eierstöcken. Erst weitere Merkmale kündigen den Start der Pubertät an. Das offensichtlichste Anzeichen ist bei Mädchen die erste Regelblutung. Oft befindet sich die Tochter dann schon zwei oder drei Jahre in der Pubertät. Die meisten Mädchen erreichen ihre Geschlechtsreife mit 14, Jungen mit 16 Jahren. Die endgültige Körpergröße ist bei Mädchen mit etwa 16, bei Jungen mit circa 19 erreicht.
Gereizte Pubertiere
Die Pubertät ist anstrengend, denn Hormone versetzen die Psyche in Aufruhr. Aktuelle Forschungen belegen außerdem, dass im Gehirn ein maßgeblicher Umbau von statten geht. StimmungsschwankungenEvent sind jetzt an der Tagesordnung; die Gefühle taumeln achterbahngleich zwischen tieftraurig und überglücklich. Im Fokus stehen jetzt Themen wie Freundschaft, Liebe und Sexualität und existentielle Fragen: Wer bin ich? Wie wirke ich auf andere? Bin ich attraktiv genug? Dabei fühlen die Kinder oft Überforderung und Selbstzweifel. Zu allem Überfluss müssen sie mit drastischen körperlichen Veränderungen klarkommen. Kein Wunder, dass die Pubertiere häufig gereizt und wütend sind und sich von den scheinbar verständnislosen Eltern abgrenzen wollen. Hinter rebellischem Verhalten steckt also kein böser Willen, sondern reine Biologie.





