Wie sicher sind Vitaminbärchen & Co.?
Ob Immun-Bärchen oder Multivitamin-Kapseln: Nahrungsergänzungsmittel gehören für viele Eltern zum Alltag. Doch was gut gemeint ist, kann schnell zur Gefahr werden – vor allem für Kinder.

Ob Immun-Bärchen oder Multivitamin-Kapseln: Nahrungsergänzungsmittel gehören für viele Eltern zum Alltag. Doch was gut gemeint ist, kann schnell zur Gefahr werden – vor allem für Kinder. Eine neue Studie zeigt: Eltern unterschätzen häufig die Risiken.
Vitamin-Booster zum Frühstück? Immun-Kapseln für den Start in den Kita-Tag? Was nach fürsorglicher Gesundheitsvorsorge klingt, kann bei näherem Hinsehen zur riskanten Routine werden. Eine repräsentative Studie im Auftrag des Projekts Lebensmittelklarheit zeigt: Nahrungsergänzungsmittel sind längst Alltag. Doch viele Eltern unterschätzen die Risiken.
Vitaminpower aus der Drogerie: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Laut Studie glauben 21 Prozent der Befragten, dass Nahrungsergänzungsmittel zu einer gesunden Ernährung gehören. Ein Viertel halten sie sogar für eine natürliche Alternative zu klassischen Medikamenten. Dabei gelten Nahrungsergänzungsmittel rechtlich als Lebensmittel. Das heißt, sie benötigen keine Zulassung, keine klinische Prüfung, keine Warnhinweise.
Was viele nicht wissen: Nahrungsergänzungsmittel werden nicht auf gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft, bevor sie auf den Markt kommen. Und gesetzlich festgelegte Höchstmengen für Vitamine oder Mineralstoffe gibt es auch nicht.
Gerade für Kinder kann das gefährlich werden. Ein Überschuss an bestimmten Nährstoffen, wie etwa Vitamin A oder Eisen, kann den kleinen Körper stark belasten. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder langfristige Organschäden sind möglich.
Bunt, süß, vermeintlich gesund: Der große Irrtum
Eltern wiegen sich oft in Sicherheit. Die Produkte stehen schließlich im Regal neben Babybrei und Zahnpasta, tragen Namen wie „Immun-Support Kids“ oder „Brain Bärchen“ – und sehen aus wie harmlose Süßigkeiten. Viele haben eine medizinisch klingende Aufmachung, die suggeriert: Das hilft meinem Kind.
Doch das ist ein Trugschluss. Anders als Arzneimittel müssen Nahrungsergänzungsmittel weder eine Wirkung belegen noch Risiken ausschließen. Sie unterliegen keiner zentralen Kontrolle. Wer sie kauft, verlässt sich im Zweifel auf Werbeversprechen, aber nicht auf Fakten.






