Mikroplastik - die unsichtbare Gefahr
Es ist praktisch und vielseitig einsetzbar: Plastik hat sich deshalb in unserem Leben breit gemacht. Doch beunruhigenden Ergebnisse hat ein Team an der italienischen Universität Politecnica delle Marche in Ancona geliefert.

Es wird für Sonnencremes ebenso verwendet wie für Teddybären oder die Zahnbürste. Zuletzt häufen sich allerdings die schlechten Nachrichten. Besonders im Fokus der Wissenschaft: Mikroplastik, das in den menschlichen Körper eindringt – mit noch nicht absehbaren Folgen für unsere Gesundheit. Selbst im Eis der Arktis, auf dem Mount Everest und der Tiefsee wird es gefunden - und neuerdings auch in der Muttermilch.
Mikroplastik in der Muttermilch
Die beunruhigenden Ergebnisse hat ein Team an der italienischen Universität Politecnica delle Marche in Ancona geliefert. Für die Studie, veröffentlichtin der Fachzeitschrift „Polymer“, wurde jeweils eine Woche nach der Entbindung die Muttermilch von 34 gesunden Frauen untersucht. Bei 76 Prozent der Proben entdeckten die Forschenden Mikroplastikteilchen. Schon zuvor hatten Wissenschaftler Mikroplastik in Plazentagewebe und im Stuhl von Neugeborenen nachgewiesen. Kinderkommen also mittlerweile vorbelastet mit Plastik zur Welt. Auch wenn kleine Schadstoff-Partikel wieder ausgeschieden werden – Untersuchungen belegen, dass Mikroplastik Zellmembranen durchdringen, sich in menschlichen Organen ablagern, bis zu den Immunzellen vordringenund an Eiweiße und Fette im Körper andocken kann. Was ist Mikroplastik? Mikroplastik besteht aus festen, unlöslichen synthetischen Polymeren (Kunststoffe), die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie sind biologisch nicht abbaubar. Die am häufigsten vorkommenden Mikroplastik-Partikelentstammen Polyethylen, etwa für Müllsäcke oder Kabelummantelungen, Polyvinylchlorid, kurz PVC, für Fensterrahmen, Rohre, Fußbodenbeläge und Polypropylen für Mikrowellengeschirr oder Kleidung. Mikroplastik gelangt durch Nahrungsaufnahme oder über die Haut in den menschlichen Organismus. Zum Beispiel, wenn wir Wasser aus Plastikflaschen trinken, belasteten Fisch essen oder Kosmetik benutzen. Wissenschaftler gehen außerdem davon aus, dass sich Mikroplastik mittlerweile so in unserer Umwelt etabliert hat, dass Kontakt mit den bedenklichenTeilchen unvermeidlich ist.
Stillen – immer noch das Beste fürs Kind?
Viele Zusammenhänge müssen noch erforscht werden. Dennoch raten Experten insbesondere Schwangeren und Stillenden, den Kontakt zu Plastik-Schadstoffen zu reduzieren. Bei aller Besorgnis ist die klare Empfehlung der Fachleute nach wie vor: Stillen ist gut für das Kind. Die Vorteile der Muttermilch ...
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