Küchenschwamm, Kühlschrank, Kita: Wo im Familienalltag die Keime wirklich sitzen


Der eine kocht Wasserflecken auf dem Wasserhahn weg, die andere lässt den Küchenschwamm seit drei Wochen unangetastet in der Spüle liegen. Beides hat mit der eigentlichen Keimbelastung im Haushalt wenig zu tun. Die Orte, an denen sich Bakterien und Viren bei uns zu Hause wirklich wohlfühlen, überraschen die meisten Eltern – und sie sind selten die, vor denen man am meisten Respekt hat.
Keime sind zunächst einmal nichts Bedrohliches. Der Begriff fasst mikroskopisch kleine Organismen wie Bakterien und Pilze sowie infektiöse Partikel wie Viren zusammen, und die allermeisten davon sind harmlos oder sogar notwendig für unser Immunsystem. Erst wenn ein krankmachender Erreger in ausreichender Menge auf Lebensmittel, Hände oder Schleimhäute gelangt, wird aus einem unsichtbaren Mitbewohner ein Problem. In Deutschland werden jährlich rund 100.000 Erkrankungen gemeldet, bei denen Lebensmittel als wahrscheinliche Infektionsquelle gelten – eine Zahl, die größer wird, sobald man genauer hinschaut: Laut dem aktuellen Zoonosenbericht von EFSA und ECDC für 2023 meldete Deutschland allein über 40.000 Fälle von Campylobacter-Infektionen, mehr als jedes andere EU-Land. Dazu kamen rund 10.600 Salmonellen-Fälle und 663 Fälle von Listeriose.

